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Werksaufnahme Roboter: Protokoll für Werkleiter

Werksaufnahme Roboter in 7 Tagen: Site-Survey, Kartierung, Abnahmeprotokoll. Pflichtfelder, Zahlen, Verantwortlichkeiten für den Werkleiter.

Dr. Raphael Nagel (LL.M.)
Investor & Autor · Founding Partner
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Dieses Dokument beschreibt die Werksaufnahme für einen Patrouillenroboter aus Sicht der Werkleitung. Es ersetzt keine standortspezifische Gefährdungsbeurteilung, definiert aber die Mindestanforderungen an Protokoll, Zahlen und Unterschriften vor dem ersten autonomen Patrouillenlauf.

Werksaufnahme Roboter: Was im Protokoll stehen muss

Werksaufnahme bedeutet die strukturierte Aufnahme von Gelände, Risiken und Schnittstellen vor dem ersten Patrouillenlauf. Sie ist kein Vertriebsgespräch, sondern eine technische Bestandsaufnahme mit Unterschrift.

Die Aufnahme gliedert sich in drei Phasen: Site-Survey an Tag 1 bis 2, Kartierung an Tag 3 bis 5, Abnahme an Tag 6 bis 7. Diese Reihenfolge ist verbindlich. Ohne abgeschlossene Vorphase wird die Folgephase nicht freigegeben.

Pflichtfelder im Protokoll: Geländegröße in Quadratmetern, Zaunlänge in Metern, Anzahl der Zufahrten, Liste der kritischen Assets, Markierung aller Schwarzlichtzonen mit Lux-Messwert. Fehlt ein Feld, gilt das Protokoll als unvollständig und die Abnahme wird verschoben.

Verantwortlichkeiten sind getrennt. Der Werkleiter zeichnet die Geländefreigabe. Der Sicherheitsleiter zeichnet die Eskalationsmatrix. Der Quarero Field Engineer zeichnet die Sensorabnahme. Drei Unterschriften, drei Verantwortungsbereiche, keine Vermischung.

Ab unterschriebenem Protokoll liefert Quarero den Roboter innerhalb von 48 Stunden operativ an den Standort. Diese Frist gilt nur, wenn alle Pflichtfelder ausgefüllt und alle offenen Punkte schriftlich quittiert sind.

Mehr zur Plattform: QR-2 für Outdoor-Werksperimeter.

Site-Survey: Die ersten 48 Stunden vor Ort

Die Begehung erfolgt zweifach: einmal bei Tag, einmal bei Nacht. Die Lichtmessung wird segmentweise in Lux dokumentiert. Werte unter 5 Lux markieren eine Schwarzlichtzone und erfordern den Einsatz der Wärmebildkamera am Roboter.

Bodenbeläge werden vollständig aufgenommen. Asphalt, Schotter, Gitterroste und Betonplatten sind unterschiedlich befahrbar. Rampen über 10 Prozent Steigung werden gesondert markiert. Der QR-2 fährt bis 15 Prozent Steigung autonom, darüber wird die Strecke als Sperrzone gesetzt.

Entlang der geplanten Route wird eine WLAN-Heatmap erstellt. Der Mindestwert liegt bei -75 dBm an jedem Punkt der Patrouille. Funklöcher werden im Protokoll mit GPS-Koordinate erfasst. Liegen mehr als drei Funklöcher auf der Route, wird ein zusätzlicher Access Point installiert, bevor die Kartierung beginnt.

Tote Winkel zwischen bestehenden Festkameras werden identifiziert und als Pflichtpunkte der Roboterroute übernommen. Damit übernimmt der Roboter genau die Lücken des stationären Systems, statt vorhandene Abdeckung zu duplizieren.

Alle Tore, Schleusen und Personenzugänge werden mit Foto und GPS-Koordinate dokumentiert. Bei Werken über 50.000 Quadratmetern entstehen typischerweise 40 bis 80 Einzelpunkte. Diese Liste ist Grundlage für die Eskalationsmatrix in Abschnitt 4.

Kartierung und SLAM-Aufbau

Die Erstbefahrung erfolgt im Teach-Modus mit reduzierter Geschwindigkeit unter 0,5 m/s. Der Field Engineer steuert den Roboter manuell ab. Dabei entsteht die Punktwolke, aus der die Navigationskarte berechnet wird.

Der QR-3 nutzt LiDAR mit 32 Kanälen. Die Kartengenauigkeit liegt unter 5 cm auf 200 m Distanz (Herstellerspezifikation QR-3, Datenblatt QR-3). Diese Genauigkeit ist nötig, um Stapler-Wege von Fußgängerzonen zu trennen und Container präzise zu umfahren. Details zur Plattform: QR-3 mit LiDAR für komplexe Gelände.

Bei der Auswertung werden statische Hindernisse von dynamischen Zonen getrennt. Statisch: Container, Trafostationen, Pumpenhäuser, Säulen. Dynamisch: Stapler-Wege, Lkw-Verladezonen, temporäre Lagerflächen. Statische Objekte werden in die Basiskarte aufgenommen, dynamische Zonen bekommen Zeitfenster mit reduzierter Roboteraktivität.

Um produktionskritische Zonen wird ein Geofence gelegt. Der Roboter hält automatisch einen Sicherheitsabstand von mindestens 3 Metern. Verlässt der Roboter den erlaubten Bereich, schaltet er in den Notstopp und meldet sich bei der Leitstelle.

Die Karte wird lokal am Standort gespeichert. Kein Upload in eine fremde Cloud. Das ist eine Anforderung aus Art. 32 DSGVO und schützt zugleich Standortlayout und Produktionsgeometrie vor externer Einsicht. Die Karte verlässt das Werksnetz nicht.

Patrouillenrouten und Eskalationslogik

Eine Patrouillenroute besteht aus Pflichtpunkten und Ermessenspunkten. Pflichtpunkte sind Checkpoints, die in jeder Runde angefahren werden müssen. Die Mindestdichte beträgt 12 Checkpoints pro Stunde Patrouille (Quarero-Betriebsstandard, dokumentiert im Abnahmeprotokoll-Template). Ermessenspunkte fügt der Algorithmus situativ ein.

Die Reihenfolge der Checkpoints variiert per Zufallsalgorithmus. Es entsteht kein vorhersehbares Muster für Angreifer. Ein Beobachter, der drei Nächte den Zaun überwacht, kann die Route der vierten Nacht nicht vorhersagen. Darin liegt der zentrale operative Unterschied zum klassischen Streifendienst.

Die Eskalation erfolgt in drei Stufen. Stufe 1: lokales Audio-Warnsignal am Roboter, Ansprache der Person. Stufe 2: Übergabe an die Leitstelle mit Live-Stream und Zwei-Wege-Audio. Stufe 3: parallele Alarmierung von Polizei und Werkleiter über die hinterlegte Eskalationskette.

Die Reaktionszeit der Leitstelle liegt unter 30 Sekunden ab Detektion bis Sichtung des Live-Streams (Abnahmekriterium gemäß VdS 3138). Diese Zahl wird in der Abnahme gemessen, nicht behauptet. Liegt sie darüber, wird die Anbindung neu konfiguriert, bevor das Protokoll unterzeichnet wird.

Die Anzahl Patrouillenrunden pro Schicht wird im Protokoll festgelegt. Für ein Werk mit 80.000 Quadratmetern sind typisch 6 Runden in 8 Stunden realistisch. Mehr Runden bedeuten weniger Zeit pro Checkpoint. Weniger Runden erzeugen längere Reaktionsfenster. Beide Extreme schwächen den Schutz.

Vergleich mit anderen Industriestandorten: Perimeterschutz im Industriepark.

Schnittstellen zu bestehender Sicherheitstechnik

Die Integration in das vorhandene VMS erfolgt über ONVIF Profile T. Getestet ist die Anbindung mit Genetec Security Center, Milestone XProtect und Bosch BVMS. Roboterstreams erscheinen als zusätzliche Kameras im bestehenden Lagebild. Die Leitstelle wechselt die Bedienoberfläche nicht.

Die Anbindung an die Zutrittskontrolle erfolgt über OPC UA oder REST-API. Alarme werden in unter 2 Sekunden übergeben. Erkennt der Roboter eine unautorisierte Person an Tor 7, sperrt das Zutrittssystem das Tor. Die Person erreicht den Innenbereich nicht.

Die Schnittstelle zur Brandmeldeanlage ist ausschließlich lesend. Der Roboter darf die BMA nicht quittieren. Diese Trennung folgt den VdS-Anforderungen und schützt die Eskalationskette des Brandschutzes vor versehentlicher Manipulation durch das Robotiksystem.

Die Ladestation benötigt 230V/16A. Kabelweg und Erdung werden im Protokoll dokumentiert. Der Standort der Ladestation wird so gewählt, dass der Anfahrtsweg unter 50 Metern liegt und kein Stapler-Verkehr gekreuzt wird.

Funkfrequenzen werden mit der Werks-IT abgestimmt. Es darf keine Überlagerung mit Produktions-WLAN, DECT-Telefonen oder ISM-Bändern produktionsnaher Sensorik geben. Das Frequenzplan-Blatt ist Anlage 4 des Protokolls.

Sicherheitsabnahme nach EN ISO 13482 und EU-Maschinenverordnung

Vor Inbetriebnahme liegt die Konformitätserklärung des Roboters im Werksbüro. Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 regelt ab Januar 2027 verpflichtend die Konformität autonomer Maschinen am Arbeitsplatz. Werke, die heute in Betrieb gehen, nehmen bereits gegen diese Verordnung ab. Das vermeidet spätere Nachrüstung.

EN ISO 13482 ist die maßgebliche Sicherheitsnorm für persönliche Pflege- und Serviceroboter und wird als Referenz für mobile Patrouillenroboter herangezogen. Quarero dokumentiert die Konformität abschnittsweise in der Abnahmeakte.

Der Funktionstest aller Notaus-Mechanismen wird vor Ort durchgeführt. Geprüft werden der physische Notaus-Knopf am Roboter, der Funkbefehl aus der Leitstelle und das automatische Anhalten beim Verlassen des Geofence. Alle drei Wege werden einzeln getestet und im Protokoll mit Uhrzeit und Reaktionsdauer eingetragen.

Die Personenerkennung wird in 50 simulierten Begegnungen geprüft. Geforderte Erkennungsrate: über 99 Prozent (Prüfgrundlage: EN ISO 13482). Der Roboter muss innerhalb von 1,5 m vor der erkannten Person zum Stillstand kommen. Liegt die Rate darunter, wird die Sensorik nachjustiert. Erst danach wird die Abnahme erteilt.

Die Lärmemission wird mit Schallpegelmesser in 1 m Abstand bei voller Patrouillengeschwindigkeit gemessen. Grenzwert: unter 65 dB(A) gemäß Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV). Damit liegt der Roboter unter dem Gespräch zweier Personen und stört keinen Nachtschichtbetrieb.

Das Abnahmeprotokoll wird unterschrieben mit Datum, Liste der Anwesenden und Liste offener Punkte. Offene Punkte werden mit Frist versehen. Erst nach Schließung aller Punkte oder dokumentierter Akzeptanz durch den Werkleiter geht der Roboter in den Regelbetrieb.

Betriebshandbuch und Schulung der Werkschutzkräfte

Bei Übergabe erhält das Werk ein standortspezifisches Handbuch in deutscher Sprache. Mindestumfang: 40 Seiten mit Fotos der Routenpunkte, Karte mit Checkpoint-Nummerierung, Telefonliste der Eskalationskette. Kein generisches Produkthandbuch, sondern ein Dokument, das nur für diesen Standort gilt.

Die Schulung der Werkschutzkräfte dauert 4 Stunden. Aufteilung: 1 Stunde Theorie (Funktionsweise, Eskalationsstufen, Notaus), 3 Stunden Praxis (Bedienung der Leitstelle, manuelles Übersteuern, Wechsel in Wartungsmodus). Werkschutz und Schichtführer werden gemeinsam geschult, damit beide Rollen die gleiche Sprache sprechen.

Die menschliche Eingriffsstelle wird namentlich festgelegt. Wenn der Roboter in Wartung geht, übernimmt eine benannte Person den Streifengang. Diese Regelung steht im Handbuch, nicht im Kopf des Schichtführers. Ohne benannte Eingriffsstelle wird kein Wartungsfenster freigegeben.

Wartungsfenster: 2 Stunden pro Woche, planbar, Roboter bleibt während Wartung am Standort. Es gibt kein Abholmodell. Sensorreinigung, Software-Update und Akku-Check erfolgen vor Ort durch den Field Engineer. Das vermeidet Lieferunterbrechungen bei der Patrouilleabdeckung.

Die Eskalationskette wird mit Namen dokumentiert, nicht nur mit Funktionen. Vertretungsregelung im Urlaub ist Teil der Kette. Steht in der Kette „Sicherheitsleiter“ ohne Name, ist die Kette unvollständig und das Protokoll wird zurückgewiesen.

Kostenrahmen und Vertragsstart

Die Werksaufnahme ist kostenfrei bei Vertragsabschluss. Eigenständig beauftragt liegt die Pauschale bei 4.500 Euro für ein Werk bis 100.000 Quadratmeter (vgl. Drei-Stufen-Preismodell). Kommt der Vertrag innerhalb von 90 Tagen zustande, wird die Pauschale angerechnet.

Der Mietzins startet ab dem Tag der unterschriebenen Abnahme, nicht ab Vertragsunterzeichnung. Verzögerungen bei der Werksaufnahme verschieben den Abrechnungsbeginn. Diese Regelung schützt den Werkleiter vor Kosten ohne Leistung.

Vergleichsbasis: Ein stationärer Wachposten kostet 15.000 bis 25.000 Euro pro Monat für eine 24/7-Position bei klassischer Besetzung (BDSW-Branchendaten). Die detaillierte Gegenüberstellung steht im Kostenvergleich Wachschutz.

Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Danach ist der Vertrag monatlich kündbar mit 3 Monaten Frist. Es gibt keinen Restwert, keine Kaufoption und keine versteckte Endabrechnung. Das Modell ist im Robotics-as-a-Service Modell und im Drei-Stufen-Preismodell öffentlich dokumentiert.

Die Erweiterung um einen zweiten Roboter ist innerhalb von 14 Tagen lieferbar. Die bestehende Karte wird übernommen, eine zweite vollständige Werksaufnahme entfällt. Statt 7 Tagen liegt die Erweiterungsaufnahme bei 2 Tagen, ausschließlich für Routenaufteilung und Schnittstellenanpassung.

Für KRITIS-Standorte gilt zusätzlich: Die KritisV definiert Schwellenwerte für kritische Anlagen, deren Perimeter durch Robotik abgesichert werden kann. Werke oberhalb der Schwelle benötigen eine erweiterte Eskalationsmatrix mit Anbindung an das nationale Lagebild.

Werkleiter, die eine Werksaufnahme terminieren wollen, stellen die Pilotanfrage. Im Erstgespräch werden Geländegröße, Zaunlänge und vorhandene Sicherheitstechnik geklärt. Daraus ergibt sich der Werksaufnahme-Termin mit den Pflichtfeldern dieses Protokolls.

Übersetzungen

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