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KRITIS Federal Act

KRITIS Federal Act · what it means for operators.

Germany's transposition of the EU CER directive 2022/2557. The first federal law that harmonises physical resilience across all ten KRITIS sectors. § 7 state of the art, two-year audit, fines to €10M, personal management liability — what the law actually demands.

In force
2026
Anchor §
§7
Fine max.
10 M€
CER
✓

Definition

The KRITIS Federal Act harmonises physical resilience across ten sectors.

Officially the 'Act on the implementation of the CER directive and the strengthening of resilience of critical infrastructures' (KRITIS-DG). Transposes EU directive 2022/2557, complements the BSI Act (which only covers IT security), and names the BBK as additional supervisor alongside BSI. In force from 2026.

  • 01 · Scope

    All ten KRITIS sectors. ~4,500 facilities, ~2,300 operators, plus ~25,000 entities through NIS-2 overlap.

  • 02 · Anchor §

    § 7 KRITIS-DG · state of the art for physical AND IT security, audited every two years.

  • 03 · Fines

    Up to €2M per breach (KRITIS-DG § 11). With NIS-2 overlap up to €10M or 2% group turnover. Personal liability.

What changes vs the prior regime

Physical resilience is now state-supervised. Personal liability cannot be delegated.

  • 01Physical security audited

    Until 2025, BSIG only covered IT. From 2026, the Federal Act puts perimeter, access control, and sabotage protection under state supervision — auditor-checked, BSI-reported.

    KRITIS-DG § 7 · BBK Leitfaden 2025

  • 02Tenth sector

    Siedlungsabfallentsorgung (waste management) joins the nine prior KRITIS sectors. Already foreshadowed in NIS-2 Annex I (2022); now formally part of German law.

    KRITIS-DG § 2 · NIS-2 Anhang I

  • 03Personal liability

    Management is now personally liable for compliance failures (§ 11 (4) KRITIS-DG). Fines up to €2M personally, plus possible occupational ban. NIS-2 Art. 20 adds mandatory training duty.

    KRITIS-DG § 11 (4) · NIS-2 Art. 20

Where to next

The ten sectors, requirements catalogue, who counts as KRITIS, hospital case.

Sector page lists all ten domains. Companies page maps the threshold logic. Requirements page details § 7 in operational checklists. Hospital page handles the health-sector special case.

FAQ

Eight questions on the law itself.

  • Was ist das KRITIS-Dachgesetz?

    Das KRITIS-Dachgesetz (offiziell: Gesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie und zur Stärkung der Resilienz kritischer Infrastrukturen, KRITIS-DG) ist das deutsche Bundesgesetz, das die EU-CER-Richtlinie 2022/2557 in nationales Recht umsetzt. Es harmonisiert erstmals die physische Resilienz aller zehn KRITIS-Sektoren bundesweit, ergänzt das BSI-Gesetz (das nur IT-Sicherheit regelt) und benennt das BBK als zusätzliche Aufsichts­behörde. Der Bundestag hat den Regierungs­entwurf 2024 verabschiedet; das Gesetz tritt 2026 in Kraft.

  • Wer fällt unter das KRITIS-Dachgesetz?

    Betreiber kritischer Infrastrukturen in den zehn Sektoren Energie, Wasser, Ernährung, IT/TK, Gesundheit, Finanz/Versicherung, Transport, Medien, Staat und neu Siedlungs­abfallentsorgung. Maßgeblich sind die Schwellen­werte der BSI-KritisV (anlagen­bezogen) — z. B. 500.000 versorgte Personen für Wasser, 30.000 voll­stationäre Fälle für Krankenhäuser, 3.700 GWh/a für Stromerzeuger. BMI-Schätzung im Gesetzes­entwurf: rund 4.500 Anlagen, betrieben von etwa 2.300 Unternehmen — plus zusätzlich rund 25.000 weitere Unternehmen über NIS-2-Überlapp.

  • Was verlangt § 7 KRITIS-Dachgesetz?

    § 7 KRITIS-DG verlangt Maßnahmen, die nach dem Stand der Technik geeignet, geprüft und am Markt verfügbar sind, um Sicherheits­vorfälle zu vermeiden, die Auswirkung von Vorfällen zu begrenzen und die Wieder­herstellung der Funktions­fähigkeit zu gewährleisten. Anders als § 8a BSIG (nur IT) umfasst § 7 KRITIS-DG erstmals auch die physische Resilienz: Perimeter, Zutritts­kontrollen, Brand- und Sabotage­schutz, Strom- und Wasser­ausfall­vorsorge. Die Konkretisierung erfolgt durch BSI-Orientierungs­hilfen, branchen­spezifische B3S-Standards und ISO-Normen.

  • Welche Bußgelder drohen unter dem Dachgesetz?

    Nach KRITIS-DG § 11 Bußgelder bis 2 Mio. € pro Verstoß. Bei gleichzeitiger NIS-2-Anwendung greift Art. 34 NIS-2 mit Bußgeldern bis 10 Mio. € oder 2 % des weltweiten Konzern­umsatzes — je nachdem, was höher ist. Persönliche Haftung der Geschäfts­leitung nach KRITIS-DG § 11 Abs. 4, einschlie­ßlich möglicher Berufs­untersagung. Strafrechtlich relevant wird der Verstoß bei daraus resultierenden Vorfällen mit Personen­schaden oder erheblichem Versorgungs­ausfall (§ 109e StGB Sabotage­schutz lebenswichtiger Einrichtungen).

  • Wann tritt das KRITIS-Dachgesetz in Kraft?

    Das KRITIS-Dachgesetz tritt 2026 in Kraft. Der Bundestag verabschiedete den Regierungs­entwurf 2024 (Bundestags-Drucksache 20/12805); die EU-CER-Richtlinie verlangt bis 17. Oktober 2024 die Umsetzung in nationales Recht — Deutschland überschritt diese Frist und steht im Vertrags­verletzungs­verfahren. Das Inkrafttreten 2026 schließt eine 24-Monats-Übergangs­frist für die Erst­registrierung der Betreiber an. Die zweijährliche Resilienz­prüfung beginnt 24 Monate nach Erst­registrierung.

  • Wie unterscheidet sich das Dachgesetz vom BSI-Gesetz?

    Das BSIG regelt die IT-Sicherheit kritischer Infrastrukturen (§ 8a/8b BSIG). Das KRITIS-DG ergänzt erstmals die physische Resilienz und harmonisiert sie sektor­übergreifend. Drei Konsequenzen: (1) Aufsichts­behörde wird neben dem BSI auch das BBK; (2) physische Schutz­maßnahmen — Perimeter, Zutritt, Sabotage­schutz — werden staatlich geprüft und nicht mehr sektor­intern verantwortet; (3) Sanktions­rahmen, Audit­zyklen und Krisen­pflichten werden bundesweit einheitlich. BSIG bleibt für IT-Spezifika gültig; das Dachgesetz steht als Rahmen darüber.

  • Wie hängt das Dachgesetz mit NIS-2 zusammen?

    NIS-2 (EU-Richtlinie 2022/2555) und CER (EU-Richtlinie 2022/2557) sind zwei parallele EU-Rechts­akte: NIS-2 regelt Cyber­sicherheit, CER physische Resilienz. Deutschland setzt NIS-2 mit dem NIS-2-Umsetzungs­gesetz (NIS2UmsuCG) und CER mit dem KRITIS-Dachgesetz um. Etwa 80 % der Pflichten überlappen — Risiko­management, Stand der Technik, Melde­pflicht. Wer beide Regime trifft (was häufig ist), lebt unter dem strengeren Standard. Die Bußgeld­obergrenze richtet sich nach NIS-2 Art. 34 (10 Mio. € bzw. 2 % Konzern­umsatz).

  • Was bedeutet das Dachgesetz für die Geschäftsleitung?

    Drei direkte Konsequenzen für Vorstände und Geschäfts­führer: (a) Persönliche Haftung nach KRITIS-DG § 11 Abs. 4 — Pflicht­verletzungen werden mit Bußgeld bis 2 Mio. € persönlich geahndet, kombiniert mit potenzieller Berufs­untersagung; (b) Schulungs­pflicht nach NIS-2 Art. 20 — die Geschäfts­leitung muss nachweislich in Risiko­management der Cyber­sicherheit geschult sein; (c) Verantwortung für Stand der Technik — der Vorstand kann Compliance delegieren, aber nicht die Letzt­verantwortung. Das ändert das Versicherungs­bild: D&O-Policen schließen NIS-2/KRITIS-Bußgelder zunehmend aus.

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