Sicherheitsroboter FAQ: Fragen vor der Beschaffung
Sicherheitsroboter FAQ für Werkleiter: Kosten, Recht, Sensorik, KRITIS-Eignung und Vertragsmodell in geschlossenen Antworten für die Vorstandsvorlage.
Sicherheitsroboter FAQ: Entscheidungsgrundlage vor der Beschaffung
Werkleiter und Sicherheitsleiter stehen vor drei Optionen: besetzter Wachdienst, festinstallierte Technik, mobile Robotik. Jede Option hat eine eigene Kostenkurve, eine eigene Rechtslage und eine eigene Einsatzgrenze. Dieses FAQ adressiert die Käuferseite und ordnet die Fragen nach Kosten, Recht, Technik, Einsatzgrenzen, Vertrag und KRITIS.
Die Antworten bleiben kurz. Zwei bis vier Sätze pro Frage, geschlossene Prosa, keine Marketingformeln. Die Referenzmodelle sind QR-1, QR-2, QR-3 mit konkretem Preis- und Sensorprofil. Wer den Text in eine Vorlage für die Quartalssitzung übernimmt, hat eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Für den TCO-Vergleich verweisen wir auf den ergänzenden TCO-Vergleich Wachschutz.
Kosten eines Sicherheitsroboters pro Monat
Was kostet der QR-1?
3.200 € pro Monat. Profil: Indoor und leichte Außenpatrouille, RGB-Kamera plus Audioanomalie-Erkennung. Geeignet für Logistikhallen, Verwaltungstrakte und überdachte Außenbereiche bis 400 m Patrouillenlinie.
Was kostet der QR-2?
3.500 € pro Monat. Profil: 24/7 outdoor, Thermalsensor, Personenerkennung bei Nacht und Nebel. Standardkonfiguration für Perimeter und Freigelände mit Zaunlinien über 800 m. Details unter QR-2 für 24/7-Außenpatrouille.
Was kostet der QR-3?
3.800 € pro Monat. Profil: LiDAR plus Drohnendetektion, ausgelegt auf KRITIS-Anlagen mit Luftraumrisiko. Höchste Sensordichte der Flotte, geeignet als Lead-Einheit in Mischkonfigurationen. Details unter QR-3 mit Drohnendetektion.
Wie ordnet sich das gegen einen Wachposten ein?
Ein besetzter 24/7-Wachposten kostet je nach Tarifgebiet und Schichtfaktor zwischen 15.000 € und 25.000 € pro Monat (Quelle: BDSW Zahlen, Daten, Fakten). Die Vergleichsbasis stammt aus dem Tarif- und Stundengefüge der gewerblichen Sicherheit, dokumentiert vom BDSW. Drei QR-2 ersetzen einen Posten rechnerisch nicht eins zu eins, sie verlagern die Personalkosten auf Interventionsfälle.
Welche Kosten kommen oben drauf?
Keine. Keine CapEx, keine separaten Wartungspauschalen, keine Update-Lizenzen. Mindestlaufzeit 24 Monate, Lieferzeit 48 Stunden nach Vertragsunterzeichnung (siehe Leistungsbeschreibung RaaS). Das Modell ist bilanzneutral und planbar.
Rechtliche Grundlagen für autonome Wachroboter in Deutschland
Welche EU-Verordnung ist relevant?
Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 erfasst autonome Maschinen mit selbstlernender Funktion und gilt ab Januar 2027 verpflichtend. Hersteller müssen Risikobewertung, Konformität und technische Dokumentation auf die neue Verordnung umstellen. Betreiber prüfen die CE-Konformität bei Beschaffung.
Welche Norm gilt für mobile Servicerobotik?
EN ISO 13482 ist die Referenznorm für mobile Serviceroboter mit Personeninteraktion. Sie regelt persönliche Pflegeroboter, dient aber in der Praxis als Referenz für Sicherheitsroboter in Mischverkehrsbereichen. Quarero-Modelle sind nach dieser Norm geprüft.
Wie ist Videoaufzeichnung auf dem Werksgelände gerechtfertigt?
DSGVO Art. 6 Abs. 1 lit. f rechtfertigt Videoaufzeichnung bei dokumentierter Interessenabwägung. Der Werkschutz wiegt gegen das Persönlichkeitsrecht der Beschäftigten. Die Abwägung muss schriftlich vorliegen und regelmäßig geprüft werden. Speicherfristen, Zweckbindung und Zugriffskonzept sind zu dokumentieren.
Wann muss der Betriebsrat beteiligt werden?
Bei der Einführung technischer Einrichtungen zur Verhaltens- und Leistungskontrolle besteht Mitbestimmungspflicht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG. Sicherheitsroboter mit Personenerkennung fallen darunter. Eine Betriebsvereinbarung vor Pilotstart vermeidet spätere Einsprüche.
Was gilt für KRITIS-Anlagen?
Zusätzlich zur DSGVO greifen BSI-KritisV und das KRITIS-Dachgesetz. Die BSI-KritisV legt Schwellenwerte fest, ab denen ein Unternehmen als KRITIS-Betreiber gilt. Das KRITIS-Dachgesetz definiert physische Schutzmaßnahmen, Nachweispflicht und Sektorzuschnitt.
Sensoranforderungen nach Standorttyp
Logistikhalle mit 24/7 Personenverkehr?
QR-1 mit RGB-Kamera und Audioanomalie genügt. Die klimatisierte Umgebung erlaubt den Verzicht auf Thermalsensorik. Audioanomalie deckt Glasbruch, laute Stimmen und Maschinenstörungen ab.
Freigelände mit Zaunlinie ab 800 m?
QR-2 mit Thermalsensor ist Pflicht. RGB-Sensorik verliert bei Nebel und Dunkelheit zu viel Auflösung. Thermalbild detektiert Personen bis 80 m, unabhängig von Sichtverhältnissen (Herstellerspezifikation: technisches Datenblatt QR-2).
KRITIS-Anlage mit Luftraumrisiko?
QR-3 mit LiDAR und Drohnendetektion. LiDAR liefert dreidimensionale Lagedaten unabhängig vom Lichtspektrum. Die Drohnendetektion adressiert das im KRITIS-Dachgesetz benannte Luftraumrisiko und liefert Audit-Trail.
Lässt sich ein Mischbetrieb fahren?
Ja. Ein QR-3 als Lead-Einheit plus zwei QR-2 als Sweeper deckt ein 30-Hektar-Areal mit gestaffelter Sensordichte. Sensorfusion läuft on-edge, die Datenrückspielung an den Leitstand erfolgt verschlüsselt. Operative Details unter Perimeterschutz im Industriepark.
Einsatzgrenzen der Roboterflotte
Können Roboter Treppen steigen?
Nein. Treppensteigen ist kein Funktionsumfang der Flotte. Die Roboter operieren auf befahrbaren Flächen: Asphalt, Schotter, Hallenboden, Rampen bis 15 Grad Neigung (Herstellerspezifikation: technisches Datenblatt Flotte). Mehrgeschossige Gebäude werden durch Aufzugsanbindung oder separate Einheiten pro Ebene abgedeckt.
Wie verhalten sich die Roboter im Winter?
Schneehöhe über 12 cm reduziert die Patrouillengeschwindigkeit. Ab 25 cm pausiert der Einsatz und der Leitstand erhält eine Statusmeldung (Herstellerspezifikation: technisches Datenblatt QR-2). Räumpflicht der Patrouillenwege bleibt beim Betreiber, analog zu festinstallierter Sensorik.
Ersetzen Roboter eine Interventionskraft?
Nein. Der Roboter verifiziert Alarme und meldet, er ersetzt keine eingreifende Sicherheitskraft. Festnahmen, Platzverweise und körperliche Intervention bleiben menschlichem Personal vorbehalten, regulatorisch verankert in § 34a GewO. Die Eskalationskette wird im Vertrag definiert.
Was passiert in Stahlhallen mit Funkschatten?
Funkschatten in Stahlhallen wird durch zusätzliche Access Points kompensiert. Die Standortbegehung identifiziert kritische Zonen, das Onboarding-Team installiert die Netzdichte vor Patrouillenstart. Bei dauerhaftem Signalverlust patrouilliert der Roboter weiter auf zwischengespeichertem Routenprofil.
Struktur des Robotics-as-a-Service-Modells
Was umfasst die monatliche Rate?
Hardware, Software-Updates, Ersatzgerät bei Ausfall und Haftpflichtversicherung sind enthalten. Die Rate ist OpEx, die Bilanz bleibt unbelastet. Das Modell Robotics-as-a-Service verlagert das Restwertrisiko auf Quarero.
Wie lang ist die Mindestlaufzeit?
24 Monate. Danach ist der Vertrag quartalsweise kündbar. Diese Struktur amortisiert die Onboarding-Kosten und gibt dem Betreiber nach Ablauf operative Flexibilität.
Lässt sich das Sensorprofil während der Laufzeit ändern?
Ja, gegen Aufpreis. Ein Wechsel von QR-1 auf QR-2 erfolgt typischerweise nach saisonalen Änderungen oder veränderten Sicherheitslagen. Der Tausch dauert 48 Stunden, der Onboarding-Aufwand entfällt bei identischem Patrouillenprofil.
Wer ist Vertragspartner?
Eine deutsche GmbH mit Gerichtsstand in der DACH-Region. Vertragssprache Deutsch, Rechnungsstellung in Euro. Datenhaltung in deutschen Rechenzentren, dokumentiert im Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO.
Sicherheitsroboter für KRITIS-Betreiber: Eignung und Anforderungen
Welches Modell deckt KRITIS-Anforderungen ab?
Der QR-3 ist auf die Anforderungen des KRITIS-Dachgesetzes ausgelegt. Sensorprofil, Logging und Schnittstelle zum BSI-Meldewesen sind vorkonfiguriert. Eine Auswahlhilfe bietet die KRITIS-Dachgesetz Checkliste.
Wie erfüllt der Roboter die Nachweispflicht?
Lückenlose Patrouillendokumentation mit Zeitstempel, Routenprofil, Sensorereignis und Eskalationsentscheidung. Die Daten sind manipulationssicher gespeichert und auf Anfrage an BBK und zuständige Aufsicht exportierbar. Audit-Trail erfüllt die Anforderungen der NIS-2-Richtlinie an physische Zugangsschichten.
Wie wird das Luftraumrisiko adressiert?
Der QR-3 detektiert Drohnen über akustische Signatur und LiDAR-Reflektion. Die Detektion adressiert das im KRITIS-Dachgesetz benannte Luftraumrisiko, ersetzt aber kein Counter-UAS-System. Die Meldung erfolgt an Leitstand und ergänzte Counter-UAS-Infrastruktur.
Welche Wirkung hat das auf die Vorstandshaftung?
NIS-2 Artikel 21 erfordert dokumentiertes Risikomanagement physischer Zugangsschichten. Robotik liefert einen maschinenlesbaren Audit-Trail, der die Maßnahmenkette belegt. Die Vorstandshaftung nach NIS-2 sinkt mit jeder dokumentierten und nachweisbar wirksamen Maßnahme.
Ablauf des Pilotprojekts
Wer kommt zur Standortbegehung?
Marcus Köhnlein begleitet die Werksbegehung persönlich. Innerhalb von fünf Werktagen liegt die Sensorprofil-Empfehlung vor. Sie enthält Routenvorschlag, Sensorkonfiguration und Eskalationsdesign. Termin koordinieren über Pilot anfragen bei Marcus Köhnlein.
Wie schnell ist die Auslieferung?
48 Stunden nach Vertragsunterzeichnung. Die Lieferkette ist auf kurze Reaktion ausgelegt, weil Sicherheitslagen selten Wochen Vorlauf erlauben. Die Geräte kommen einsatzbereit, kalibriert und geprüft.
Wie lange dauert das Onboarding?
Zwei Werktage vor Ort. Patrouillenkarte, Geofence, Eskalationsketten und Schnittstellen zum Leitstand werden gemeinsam mit dem Sicherheitsleiter kalibriert. Das Sicherheitspersonal wird auf Bedienung und Eskalationslogik geschult.
Wie engmaschig ist die Berichterstattung?
In den ersten 30 Tagen wöchentlich, danach monatlich. Die Berichte enthalten Patrouillenkilometer, Ereignisklassen, Eskalationsentscheidungen und Empfehlungen für Routen- oder Sensoranpassungen. Eskalationsketten zum hauseigenen Wachdienst oder externen Leitstand sind vertraglich definiert.
Wer die Antworten in die Quartalsvorlage übernimmt, hat Kostenanker, Rechtsbasis, Sensormatrix und Vertragsstruktur dokumentiert. Der nächste Schritt ist die Standortbegehung. Anfrage über Pilot anfragen bei Marcus Köhnlein auslösen, Termin innerhalb von fünf Werktagen.