Handover Sicherheitsroboter: Checkliste für Werkleiter
Handover Sicherheitsroboter in 7 Phasen: Hardware, Geofence, Sensorik, Schichtübergabe, Eskalation, SLA, Abnahme. Prüfbare Checkliste für den Werkleiter.
Handover Sicherheitsroboter: Checkliste für Werkleiter
48 Stunden. Das ist das Zeitfenster, in dem ein Sicherheitsroboter vom Lieferschein zum operativen Asset wird oder zum 90 Kilogramm schweren Stromverbraucher in der Halle. Die folgenden sieben Phasen sind keine Empfehlung, sondern das Abnahmeprotokoll, das Quarero gemeinsam mit dem Werkleiter und dem Werkschutzleiter am Aufstellort durchgeht. Jeder Punkt ist prüfbar, messbar und unterschriftspflichtig.
Handover Sicherheitsroboter: Warum die ersten 48 Stunden entscheiden
Die Übergabe entscheidet, ob der Roboter ab Tag 1 Vorfälle dokumentiert oder nur die Stromrechnung erhöht. Quarero liefert QR-1, QR-2 und QR-3 innerhalb von 48 Stunden ab Vertragsunterzeichnung. Die operative Verantwortung wechselt formal mit der Abnahme, nicht mit dem Auspacken.
Ohne dokumentiertes Handover-Protokoll fehlt dem Werkleiter der Nachweis gegenüber Sachversicherung und Konzernrevision. Bei einem Einbruch in den ersten Wochen ist die Frage nicht, ob der Roboter funktioniert hat, sondern ob seine Inbetriebnahme protokolliert war.
Schwachstellen in der Praxis treten an drei Stellen auf: GPS-Drift an Hallenkanten und Stahlkonstruktionen, WLAN-Übergaben zwischen Access Points auf langen Routen, und unscharfe Eskalationspfade in der Nachtschicht, wenn der Werkschutz mit einer Person besetzt ist.
Diese Checkliste deckt Hardware-Abnahme, Software-Konfiguration, Schichtübergabe, SLA-Verankerung und KRITIS-Nachweise ab. Sie ist für den QR-2 für 24/7-Außenpatrouille und den QR-3 mit LiDAR und Drohnenerkennung gleichermaßen gültig, mit gerätespezifischen Ergänzungen in Phase 1 und 3.
Phase 1: Hardware-Abnahme am Aufstellort
Sichtprüfung gegen Lieferschein. Chassis ohne Transportschäden, Sensorkuppel sauber montiert, Thermalmodul bei QR-2 und QR-3 verbaut, LiDAR-Dome bei QR-3 ausgerichtet. Jede Position abhaken oder mit Mängel-Vermerk versehen.
Ladestation 230V/16A elektrisch geprüft durch eine Elektrofachkraft, Erdung gemessen und protokolliert, IP54-Witterungsschutz visuell dokumentiert. Bei Außenaufstellung Fundament oder Schraubverankerung gegen Sturm geprüft.
Notaus-Taster am Roboter mechanisch ausgelöst. Stillstand muss unter 0,5 Sekunden erfolgen, gemessen mit Stoppuhr oder Loggerwert. Die EN ISO 13482 legt Sicherheitsanforderungen für persönliche Pflege- und Serviceroboter fest, darunter Notaus-Verhalten und Kollisionsvermeidung. Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 regelt seit 2023 verbindlich die Inverkehrbringung autonomer mobiler Systeme im europäischen Binnenmarkt. Beide Nachweise gehören in die Übergabemappe.
Seriennummer, MAC-Adresse und SIM-IMEI in das Werkschutz-Inventar übernommen. Fotodokumentation mit vier Außenansichten plus Aufstellsituation der Ladestation, archiviert mit Zeitstempel im Werkschutz-Ordner.
Nächster Schritt: Wenn das CapEx-Risiko Thema im Lenkungsausschuss ist, das Modell Robotics-as-a-Service ohne CapEx prüfen.
Phase 2: Patrouillenrouten und Geofence konfigurieren
Mindestens drei Routen anlegen. Tagpatrouille mit Schwerpunkt Anlieferung und Mitarbeitereingänge. Nachtpatrouille mit Schwerpunkt Perimeter und unbeleuchtete Hofbereiche. Eskalationsroute, die auf Alarm den schnellsten Weg zu den kritischen Toren nimmt.
Geofence-Polygon mit 1,5 Meter Sicherheitsabstand zu Werksgrenzen, Bahngleisen und öffentlichen Wegen. Der Abstand verhindert, dass GPS-Drift zu Grenzüberschreitungen führt, und schützt vor Haftungsfragen bei Personen außerhalb des Werksgeländes.
Sperrzonen definieren für Gefahrstofflager (ATEX-Bereiche), Trafostationen, Mitarbeiterparkplätze außerhalb der Arbeitszeit, sowie Rangierbereiche mit LKW-Verkehr. Sperrzonen werden im Dashboard als rote Polygone hinterlegt und vom Roboter aktiv gemieden.
Zeitfenster pro Route. Der Werkleiter signiert, dass keine Route mit Schichtwechsel (typisch 06:00, 14:00, 22:00) oder regelmäßigem LKW-Verkehr kollidiert. Konflikte werden durch Routenanpassung oder Zeitversatz aufgelöst, nicht durch Pausen.
Testlauf jeder Route zweimal. Abweichung zur Sollspur unter 30 cm protokolliert. Bei größerer Abweichung Routenpunkte nachjustieren oder zusätzliche Stützpunkte setzen, bevor die Phase abgenommen wird.
Nächster Schritt: Für mehrere Werke auf einem Areal die Logik im Artikel Perimeterschutz im Industriepark prüfen.
Phase 3: Sensorik kalibrieren und Schwellwerte setzen
Personenerkennung. Detektionsdistanz beim QR-2 auf 40 Meter geprüft, Fehlalarmrate auf unter 2 pro Nacht eingestellt. Höhere Empfindlichkeit erzeugt mehr Alarme, niedrigere Empfindlichkeit übersieht Eindringlinge bei Regen oder Gegenlicht. Der Wert ist ein Kompromiss, der nach 30 Tagen Pilotbetrieb neu justiert wird.
Thermalkamera. Temperaturschwelle für Brandfrüherkennung auf 65°C, Hotspot-Größe minimum 0,3 m². Niedrigere Schwellen lösen bei Abgasen von Staplern aus, höhere übersehen Schwelbrände in der Anfangsphase. Werte werden pro Standort kalibriert.
Audio-Trigger. Glasbruch- und Schussdetektion aktiviert, Lautstärkeschwelle an die Werksgeräuschkulisse angepasst. In Stanzwerken oder Schmieden ist Audio-Triggering meist deaktiviert, in Logistikzentren mit niedrigem Grundpegel hochempfindlich.
QR-3 Drohnenerkennung. Frequenzbänder 2,4 GHz und 5,8 GHz aktiv, Detektionsradius 800 Meter. Bei KRITIS-Standorten wird der Radius bis an die Geländegrenze ausgereizt, bei zivilen Werken bleibt er innerhalb der Liegenschaft, um Funkverkehr Dritter nicht zu protokollieren.
Drei Live-Tests mit Statisten. Person geht in 20 Meter Abstand. Person läuft in 30 Meter Abstand. Person liegt am Boden in 15 Meter Abstand. Alle drei Szenarien müssen erfasst und als Alarm an den Leitstand gemeldet werden. Bei Ausfall einer Erkennung wird die Kalibrierung wiederholt, nicht die Phase abgenommen.
Phase 4: Schichtübergabe und Operator-Briefing
Mindestens zwei Werkschutzmitarbeiter pro Schicht im Quarero-Dashboard geschult, mit individuellen Login-Credentials. Geteilte Logins sind ausgeschlossen, weil sie Audit-Trails wertlos machen und Versicherungsfragen offen lassen.
Briefing-Mappe physisch im Werkschutz-Container. Inhalt: Eskalationsmatrix mit drei Stufen, Telefonliste Polizei und Feuerwehr mit Direktnummern statt 110/112 (schnellere Annahme), Anleitung Notabschaltung am Roboter, Wartungskontakt Quarero 24/7.
Übergabeprotokoll bei jedem Schichtwechsel. Vier Pflichtfelder: Batteriestand bei Übergabe, offene Alarme aus der vorherigen Schicht, Wartungshinweise (Sensorreinigung fällig, Software-Update), Wetterlage mit Auswirkung auf die Route (Schnee, Starkregen, Nebel).
Werkschutz-Fachkraft nach §34a GewO bleibt verantwortlich. Der Roboter erfasst, der Mensch entscheidet. Diese Trennung ist nicht nur arbeitsrechtlich relevant, sondern auch versicherungsrechtlich: Ein autonomer Eingriff ohne menschliche Freigabe ist im aktuellen Haftungsregime nicht gedeckt.
Erste 14 Tage täglicher Quarero-Support per Hotline, danach wöchentliches Review per Videocall. Personalmangel verschärft die Lage zusätzlich: Die BDSW-Branchendaten dokumentieren steigende Tariflöhne und einen strukturellen Personalmangel im deutschen Sicherheitsgewerbe. Die Roboterunterstützung ist deshalb keine Personalreduktion, sondern eine Kompensation nicht besetzbarer Schichten.
Nächster Schritt: Für die Kostenrechnung gegenüber dem CFO der Vergleich Wachschutzkosten gegenüber Roboterpatrouille.
Phase 5: Eskalationspfade und Alarmverarbeitung
Stufe 1: Roboter erkennt ein Ereignis, sendet Bild plus Position plus Zeitstempel an den Leitstand binnen 4 Sekunden. Maßgeblich ist die Mobilfunkverbindung; bei LTE/5G-Versorgung am Standort wird der Wert gehalten, bei Dead Zones im Werksinneren sind 8 bis 10 Sekunden realistisch.
Stufe 2: Operator verifiziert visuell das Live-Bild, Entscheidung in 60 Sekunden. Drei Optionen: Ignorieren mit Begründung im Log, Streife losschicken, Polizei alarmieren. Die 60 Sekunden sind die Frist, ab der ein Alarm als ungeklärt eskaliert wird.
Stufe 3: Falscherkennung wird im Dashboard markiert und ins ML-Modell zurückgespielt. Die typische Reduktion der Fehlalarmrate liegt bei 30 Prozent über 90 Tage, abhängig von der Disziplin beim Tagging. Ohne Feedback durch den Operator stagniert das Modell.
Verbindung zur NSL (Notruf- und Serviceleitstelle) optional über VdS-zertifizierte Schnittstelle. Für Sachversicherer mit VdS-Klausel im Vertrag ist diese Anbindung Pflicht, für reine Eigensicherung ohne Versicherungsauflage entbehrlich.
Logfile aller Alarme 90 Tage revisionssicher gespeichert, Export für Versicherung und Konzernrevision jederzeit per Klick möglich. Format CSV oder PDF mit Hashwert zur Manipulationsprüfung.
Phase 6: Dokumentation, SLA und KRITIS-Nachweise
Quarero-SLA garantiert 98 Prozent Verfügbarkeit auf Monatsbasis. Bei Hardwareausfall Ersatzgerät binnen 24 Stunden vor Ort, Tausch durch Quarero-Techniker. Verfügbarkeit unter 95 Prozent löst Vertragsstrafe nach Stundensatz aus, dokumentiert im Vertrag.
Monatlicher Patrouillenbericht. Pflichtinhalte: gelaufene Routen mit Kilometerstand, Anzahl Alarme nach Stufe, Wartungsstunden, Verfügbarkeit in Prozent, Vorfallliste mit Zeitstempel. Der Bericht geht an Werkleiter, Werkschutzleiter und (bei KRITIS) an den Informationssicherheitsbeauftragten.
Für KRITIS-Betreiber: Patrouillenlogs erfüllen die Nachweispflicht nach §8a BSIG, wonach Betreiber geeignete technische und organisatorische Vorkehrungen nachweisen müssen, einschließlich physischer Sicherungsmaßnahmen. Der Entwurf des KRITIS-Dachgesetzes (Bundestag-Drucksache 20/9262) verpflichtet Betreiber zusätzlich zu Resilienzmaßnahmen, Registrierung beim BBK und Vorfallmeldung binnen 24 Stunden.
Wartungsintervalle. Sensorreinigung alle 30 Tage durch den Werkschutz, dokumentiert mit Checkliste. Batterie-Check alle 90 Tage durch Quarero. Firmware-Update bei jedem Release, eingespielt in einem Wartungsfenster außerhalb der kritischen Schichten.
Datenschutz-Folgenabschätzung nach DSGVO Art. 35 ist Teil des Übergabepakets, unterzeichnet vom betrieblichen Datenschutzbeauftragten. Ohne DSFA ist der Roboter rechtlich nicht in Betrieb, auch wenn er physisch fährt.
Nächster Schritt: Die KRITIS-Dachgesetz Checkliste als Grundlage für die Anpassung des Sicherheitskonzepts.
Phase 7: Abnahmeprotokoll und Übergang in Regelbetrieb
Werkleiter, Werkschutzleiter und Quarero-Techniker unterzeichnen das Abnahmeprotokoll gemeinsam. Je ein Original pro Partei, dritte Ausfertigung im Werkschutz-Archiv. Digitale Signatur per qualifiziertem Verfahren (eIDAS) ist gleichwertig.
Restpunkteliste. Maximal fünf offene Punkte zum Abnahmezeitpunkt, jeder mit Verantwortlichem (Name, nicht Funktion) und Frist unter 14 Tagen. Mehr als fünf offene Punkte bedeuten: keine Abnahme, sondern Verlängerung der Inbetriebnahmephase. Diese Regel verhindert, dass Mängel im laufenden Betrieb versanden.
Notfallnummer Quarero 24/7 sichtbar aushängen. Mindestens zwei Orte: im Werkschutz-Container und im Pförtnerhaus. Bei mehreren Pforten in jeder Pforte. Die Nummer steht zusätzlich auf dem Roboter auf einem witterungsfesten Aufkleber, falls externe Personen (Feuerwehr im Einsatzfall) den Hersteller kontaktieren müssen.
Pilot-Review nach 30 Tagen. Sechs Kennzahlen: Anzahl Alarme insgesamt, davon True Positive, davon False Positive, Akzeptanz Belegschaft (Kurzumfrage Werkschutz und Produktion), Anpassungsbedarf Routen, Anpassungsbedarf Schwellwerte. Das Review wird schriftlich festgehalten und ist Grundlage der Kalibrierung für Monat 2 bis 6.
Bei drei kritischen Mängeln in 30 Tagen greift die Vertragsstrafe nach SLA. Der Werkleiter dokumentiert schriftlich, der Quarero-Account-Manager bestätigt schriftlich, die Gutschrift erfolgt auf der nächsten Rechnung. Kritischer Mangel ist definiert als: Ausfall über 12 Stunden, Sicherheitsereignis ohne Erkennung, Fehlalarm mit Polizeieinsatz.
Übergabe abschließen
Die Checkliste ist ausgelegt zum Ausdrucken. Am Abnahmetag mitnehmen, jeden Punkt abhaken, am Ende unterschreiben. Sieben Phasen, geschätzt 4 bis 6 Stunden vor Ort bei einem Roboter, 6 bis 8 Stunden bei zwei Geräten parallel. Für die Vorbereitung des Termins oder die Klärung offener Punkte vor Vertragsunterzeichnung: Pilot anfragen.