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KRITIS · Dachgesetz · NIS-2

Sicherheitsroboter Krankenhaus: Perimeter ab 3.500 Euro

Sicherheitsroboter Krankenhaus: QR-2 sichert Parkdeck, Hubschrauberlandeplatz und Wirtschaftshof ab 3.500 Euro pro Monat. KRITIS-konform ab 2026.

Dr. Raphael Nagel (LL.M.) & Marcus Köhnlein
Investor & Autor · Founding Partner
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Sicherheitsroboter Krankenhaus: Perimeter ab 3.500 Euro pro Monat

Ein Klinikareal mit 500 Betten hat nachts drei wunde Punkte. Das Besucherparkdeck, den Hubschrauberlandeplatz und den Wirtschaftshof an der Anlieferung. Ein menschlicher Wachposten kostet je Position 18.000 bis 22.000 Euro pro Monat. Drei Positionen ergeben rund 60.000 Euro. Dieser Text beschreibt, wie der QR-2 diese Lücken zu einem Bruchteil der Kosten schließt, und welche regulatorischen Pflichten ab 2026 auf den Technischen Direktor zukommen.

Eine Vorbemerkung zur Abgrenzung: Der Roboter fährt ausschließlich im Außenareal, auf Parkdecks und in Versorgungshöfen. Er fährt nicht in Patientenzimmern, nicht in OP-Trakten, nicht auf Stationen. Diese Trennung ist klinisch zwingend und vertraglich fixiert.

Sicherheitsroboter Krankenhaus: Der operative Anwendungsfall

Klinikareale ab 500 Betten haben eine charakteristische Schwachstellenstruktur. Erstens das Besucherparkdeck, das nach 22 Uhr nur noch dünn frequentiert ist und in dem regelmäßig Übergriffe gegen Personal in der Spätschicht stattfinden. Zweitens der Hubschrauberlandeplatz, dessen Anflugschneise rechtlich freizuhalten ist und an dem Drohnensichtungen seit 2022 zunehmen. Drittens die Wirtschaftsstraße mit Müllplatz, Apothekenanlieferung und Pathologieausgang, wo zwischen 22 und 6 Uhr keine Lieferungen stattfinden, sich aber regelmäßig Personen aufhalten.

Drei stationäre 24/7-Posten beim externen Wachdienst kosten je nach Bundesland zwischen 15.000 und 25.000 Euro pro Monat und Position. Das ergibt eine Jahresbelastung zwischen 540.000 und 900.000 Euro. Ein QR-2 patrouilliert das gesamte Areal mit Thermalkamera, Personenerkennung und akustischer Live-Durchsage für 3.500 Euro pro Monat im RaaS-Modell. Der Roboter ersetzt nicht den Empfang am Haupteingang und nicht die Pforte am Bettenhaus. Er ersetzt den Außenposten am Parkdeck und die nächtliche Streife durch den Wirtschaftshof.

Krankenhäuser ab 30.000 vollstationären Fällen pro Jahr gelten als KRITIS-Anlage im Sektor Gesundheit nach §6 BSI-KritisV. Ab 2026 sind sie nach dem KRITIS-Dachgesetz registrierungspflichtig beim BBK und müssen ein physisches Schutzkonzept vorhalten. Wer heute den Perimeter neu plant, sollte die Mehrkosten der Compliance-Pflicht in die Wirtschaftlichkeitsrechnung einpreisen.

Vertiefung im Cluster KRITIS Sektor Krankenhaus.

KRITIS-Pflichten im Sektor Gesundheit ab 2026

Das KRITIS-Dachgesetz, Bundestag-Drucksache 20/9262, verpflichtet Betreiber kritischer Anlagen zur physischen Resilienz. Dazu zählen Perimetersicherung, Zutrittskontrolle und technische Detektion. Die Verpflichtung umfasst Risikoanalyse, Schutzkonzept und Nachweisführung. Details stehen im Gesetzentwurf der Bundesregierung.

Der Schwellenwert für den Sektor Gesundheit liegt bei 30.000 vollstationären Fällen pro Jahr. Eine Klinik mit 500 Betten überschreitet diesen Wert in der Regel deutlich. Die Registrierungspflicht beim BBK greift ab der im finalen Gesetzestext gesetzten Frist. Vorstand und Geschäftsführung haften persönlich für die Umsetzung der Schutzpflichten.

NIS-2 deckt die IT-Seite ab. Die Richtlinie EU 2022/2555 setzt Mindeststandards für Netz- und Informationssicherheit, Artikel 21 listet die technischen Maßnahmen. Das Dachgesetz deckt die physische Seite ab. Beide gelten parallel. Ein Krankenhaus muss beide Regime erfüllen, die Beauftragten sitzen typischerweise in unterschiedlichen Abteilungen.

Operativ folgt daraus eine Dokumentationspflicht. Jeder Detektionsvorfall am Perimeter, jede Annäherung an den Landeplatz, jeder Aufenthalt im Wirtschaftshof außerhalb der Lieferzeiten muss revisionssicher protokolliert sein. Papierwachbücher genügen dem Standard nicht mehr. Praktische Anleitung zur Anforderungen aus dem Dachgesetz und zur BBK-Registrierung Schritt für Schritt.

Welche Bereiche der Klinik der Roboter abdeckt

Die Einsatzkarte für ein typisches 500-Betten-Haus umfasst sechs Zonen.

Parkdeck Besucher. Streifenfahrt alle 20 Minuten in der Nachtschicht zwischen 20 und 6 Uhr. Sichtkontakt zu allen Notruftastern. Bei Personenerkennung außerhalb der Wege erfolgt automatische Audioansprache und Live-Aufschaltung in die Pforte.

Hubschrauberlandeplatz. Freihaltung der Anflugschneise von Personen und Drohnen. Alarm bei Annäherung von Fahrzeugen oder Fußgängern an den Sicherheitsbereich. Bei aktiver Anflugmeldung der Leitstelle erhöht der Roboter die Patrouillenfrequenz im Umfeld.

Wirtschaftshof und Müllplatz. Detektion von Aufenthalt außerhalb der Lieferzeiten 22 bis 6 Uhr. Thermalkontrolle der Müllcontainer auf Brandlast. Akustische Ansprache bei unerwartetem Aufenthalt.

Außenfassade Bettenhaus. Thermalkontrolle der Erdgeschossfenster gegen Einbruch und Sachbeschädigung. Detektion offenstehender Fenster außerhalb der Lüftungszeiten.

Pathologie und Apothekenanlieferung. Höhere Patrouillenfrequenz wegen Betäubungsmittellagerung. Sichtkontrolle der Verschlusszustände der Sicherheitstüren. Audioansprache bei Annäherung Unbefugter.

Personalparkplatz Spätschicht. Begleitsicht für Mitarbeiter zwischen 22 und 24 Uhr. Der Roboter steht auf Anforderung am Ausgang Pflegebereich und begleitet Mitarbeiter über das Gelände zum Fahrzeug. Diese Funktion senkt die Fluktuation in der Pflege messbar.

Was der Roboter nicht abdeckt: Patientenflure, Aufnahme, OP-Trakt, Isolierstationen, Pflegestationen. Diese Bereiche bleiben menschlich besetzt. Die QR-2 für 24/7-Außenpatrouille ist eine Perimeterlösung, keine Klinikrobotik.

Kostenrechnung gegen menschlichen Wachdienst

Eine 24/7-Außenposition im qualifizierten Wachdienst kostet laut BDSW-Tarifstruktur je Bundesland zwischen 22 und 28 Euro Stundenverrechnungssatz. Bei 730 Stunden pro Monat ergeben sich 16.000 bis 20.500 Euro Direktkosten, inklusive Dienstplanaufschlag, Zulagen und Mehrwertsteuer erreicht eine Position 18.000 bis 22.000 Euro pro Monat.

Drei Außenpositionen ergeben in der reinen Personalrechnung 54.000 bis 66.000 Euro pro Monat oder 648.000 bis 792.000 Euro pro Jahr.

Ein Hybridmodell setzt einen QR-2 für die fahrende Streife ein und reduziert die menschliche Komponente auf eine zentrale Pfortenposition mit Eskalationsmandat. Die Monatskosten liegen dann bei rund 25.000 Euro: 3.500 Euro Roboter plus 21.500 Euro Pforte. Die Einsparung im ersten Jahr beträgt zwischen 350.000 und 500.000 Euro bei gleicher oder höherer Flächenabdeckung.

Was der Vergleich nicht abbildet, gehört trotzdem in die Vorstandsvorlage. Der Roboter kennt keine Krankheit, keinen Urlaub, keine Fluktuation. Er ist 168 Stunden pro Woche verfügbar. Er protokolliert jede Streife automatisch und revisionssicher. Was er nicht kann: deeskalieren, festnehmen, körperlich eingreifen. Für diese Fälle bleibt die Pforte mit §34a-qualifiziertem Personal zuständig. Detailtabelle im Wachschutz-Kosten im Vergleich.

Technische Spezifikation für den Klinikeinsatz

Der QR-2 trägt eine Thermalkamera mit Auflösung 640 x 512 Pixel. Personenerkennung bis 80 Meter Distanz. Das Audiomodul erlaubt Live-Durchsage durch die Pforte sowie vorkonfigurierte akustische Warnungen.

Die Konformität umfasst EN ISO 13482 für persönliche Pflegeroboter, soweit relevant für den Außenbetrieb im Personenumfeld, sowie die EU-Maschinenverordnung 2023/1230. Die Risikobewertung nach Anhang I der Maschinenverordnung liegt jedem Einsatz bei.

DSGVO-Konformität ist im Klinikumfeld kritisch. Gesichter werden onboard verpixelt, bevor Bilddaten den Roboter verlassen. Nur ausgelöste Vorfallclips wandern auf den Server. Eine Rohbildspeicherung findet nicht statt. Das technische Datenschutzkonzept liegt bei und ist mit dem Datenschutzbeauftragten der Klinik abzustimmen.

Akustische Warnungen sind in vier Sprachen vorkonfiguriert: Deutsch, Englisch, Türkisch, Russisch. Weitere Sprachen je nach regionaler Patientenklientel ergänzbar. Die Sprachauswahl erfolgt situativ durch die Pforte.

Die Hardware ist wetterfest nach IP65. Betriebstemperatur minus 10 bis plus 45 Grad. Die autonome Ladung erfolgt an einer Dockingstation; der Roboter steuert die Station selbständig an, wenn der Akkustand 20 Prozent unterschreitet.

Integration in bestehende Klinik-Sicherheitsarchitektur

Die meisten Kliniken betreiben ein zentrales Videomanagement-System, üblicherweise Milestone XProtect oder Genetec Security Center. Der QR-2 bindet sich über die ONVIF-Schnittstelle als zusätzliche mobile Kamera ein. Es entsteht keine parallele Bedienoberfläche.

Die Alarmweiterleitung läuft parallel an Pforte, Haustechnik und externe Notruf- und Serviceleitstelle. Die Eskalationsmatrix wird in der Inbetriebnahme vorkonfiguriert: Welcher Alarmtyp geht an welche Stelle, mit welcher Reaktionszeit, mit welcher Rückfallebene. Diese Matrix ist Teil des Schutzkonzepts nach Dachgesetz.

Der digitale Streifenbericht ersetzt das Papierwachbuch. Jede Streifenfahrt wird mit Zeitstempel, GPS-Track und Detektionsereignissen automatisch protokolliert. Die Schichtübergabe greift auf denselben Datenbestand zu. Das genügt der Dokumentationspflicht nach KRITIS.

Schnittstellen zum Blockheizkraftwerk und zur Brandmeldeanlage laufen über trockene Kontakte. Keine Eingriffe ins Klinik-LAN, keine OT-Integration in Medizintechnik. Die Trennung ist technisch hart und im Anschlussplan dokumentiert.

Die Inbetriebnahme erfolgt parallel zum laufenden Klinikbetrieb in 48 Stunden. Kein Sperrbereich nötig, keine Patientenkommunikation erforderlich, keine Beeinträchtigung der Versorgung. Die Installation umfasst Dockingstation, WLAN-Zugang im Außenbereich, Mapping des Areals und Anbindung an das VMS.

Beschaffung im Klinikkontext: RaaS statt Investition

Das Robotics-as-a-Service Modell eignet sich für Kliniken besser als der Kauf. Monatliche Betriebskosten statt CapEx. Keine Aktivierung im Anlagevermögen. Keine Abschreibungsfrage über fünf oder zehn Jahre. Die Kosten erscheinen als Sachkosten Bewachung in derselben Kostenstelle wie der bestehende Wachdienst.

Vergaberechtlich liegt der OpEx-Ansatz unter dem Schwellenwert für EU-Vergabe und meist auch unter der UVgO-Schwelle. Direktauftrag oder beschränkte Ausschreibung sind möglich. Das verkürzt die Beschaffung von typisch sechs bis zwölf Monaten auf vier bis acht Wochen.

Die Vertragsstruktur sieht 24 Monate Mindestlaufzeit vor, danach quartalsweise Kündigung. Hardware-Tausch bei Generationswechsel ist inklusive. Wartung, Software-Updates, Ersatzgerät bei Defekt innerhalb 48 Stunden: alles im Monatspreis enthalten. Keine Nachverhandlung bei Verschleiß, kein Investitionsrisiko bei technologischem Wandel.

Für die Vorstandsentscheidung empfiehlt sich ein dreimonatiger Pilot auf einem Teilareal, typischerweise das Besucherparkdeck und der Hubschrauberlandeplatz. Nach dem Pilot liegt eine Vorstandsvorlage mit echten Messdaten vor: Anzahl Detektionen, Reaktionszeiten, Personalbindung, Vorfallquote. Diese Daten überzeugen einen CFO, abstrakte Versprechen nicht.

Wer eine Pilotphase aufsetzen oder die Wirtschaftlichkeit für sein Haus rechnen will, geht den direkten Weg: Pilot anfragen bei Marcus Köhnlein. Technische Spezifikation und Einsatzprofil zum QR-2 für 24/7-Außenpatrouille.

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