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KRITIS · Dachgesetz · NIS-2

Werksfeuerwehr Robotik: Thermalpatrouille für KRITIS

Werksfeuerwehr Robotik mit QR-2 Thermalsensor halbiert die Entdeckungszeit bei Industriebränden. Operativer Leitfaden für KRITIS-Betreiber und Werkleiter.

Dr. Raphael Nagel (LL.M.) & Marcus Köhnlein
Investor & Autor · Founding Partner
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Ein Glutnest in einem Späne-Außenlager braucht bei 12 °C Außentemperatur rund vier Minuten, bis ein klassischer optischer Rauchmelder in der Halle anschlägt. In dieser Zeit wächst die Hotspot-Temperatur von 80 °C auf über 400 °C. Werksfeuerwehr Robotik verkürzt dieses Zeitfenster. Sie ersetzt keine Einsatzkräfte, sondern liefert ihnen die ersten 200 bis 300 Sekunden, die über Sachschaden, Produktionsausfall und KRITIS-Meldepflicht entscheiden.

Werksfeuerwehr Robotik: Warum Thermalpatrouille die Entdeckungszeit halbiert

Stationäre Brandmelder funktionieren nur, wenn Rauch sie erreicht. In Hallen mit 12 Metern Deckenhöhe vergehen im Schnitt 4 bis 7 Minuten zwischen Entstehung eines Hotspots und Ansprechen des Melders. Bei Lithium-Batterielagern, Späne-Außenlagern oder unter PV-Wechselrichtern wird diese Spanne zum Risikomultiplikator.

Der QR-2 mit Thermalsensor patrouilliert autonom und meldet Temperaturanomalien ab 60 °C Differenz zur Umgebung. In den Pilotbetrieben 2024 und 2025 lag die mittlere Entdeckungszeit bei 78 Sekunden für Hotspots in Lithium-Batterielagern. Ein Roboter deckt 40.000 m² Außenlager bei 15-Minuten-Intervall ab. Die Alarmweitergabe an das Leitsystem der Werksfeuerwehr erfolgt per OPC-UA oder MQTT in unter 3 Sekunden.

Die Sensorik ist FLIR-basiert und kalibriert auf den industriellen Bereich von minus 20 °C bis plus 550 °C. Hotspots unter 60 °C Differenz werden geloggt, aber nicht alarmiert. Diese Schwelle ist in den Pilotbetrieben empirisch auf eine Falschalarmquote von unter einem Ereignis pro Monat eingestellt.

Nächster operativer Schritt: KRITIS-Anforderungen im Überblick prüfen und mit der bestehenden Brandschutzordnung abgleichen.

Rechtsrahmen: Werksfeuerwehr-Pflichten unter KRITIS-Dachgesetz und Landesrecht

§ 8 KRITIS-Dachgesetz verpflichtet Betreiber zu nachweisbaren Resilienzmaßnahmen gegen physische Vorfälle, einschließlich Brand. Die Bundestags-Drucksache 20/9262 formuliert die Anforderung explizit als dokumentationspflichtige Maßnahme, nicht als reine Selbstverpflichtung (Bundestag-Drucksache 20/9262).

Parallel gelten die Landesfeuerwehrgesetze. § 15 FwG Baden-Württemberg schreibt eine Werksfeuerwehr ab definierter Brandlast vor, vergleichbare Regelungen existieren in allen Flächenländern. Robotik ersetzt diese Pflichtstärke nicht. Sie dokumentiert Patrouillen lückenlos und entlastet das vorhandene Personal von repetitiven Begehungen.

Die BBK-Risikoanalyse für KRITIS-Betreiber verlangt dokumentierte Brandfrüherkennung außerhalb klassischer BMA-Bereiche, also explizit in Außenlagern, auf Dachflächen und in Bereichen ohne stationäre Sensorik (BBK). Ab Januar 2027 greift zusätzlich die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 für autonome Systeme im Werksumfeld (EUR-Lex VO 2023/1230). Wer jetzt pilotiert, hat 18 Monate Vorlauf für die Konformitätsbewertung.

EN ISO 13482 definiert die Sicherheitsanforderungen an persönlich einsetzbare Serviceroboter, inklusive Patrouillensysteme (ISO 13482). QR-2 ist nach dieser Norm baumusterzertifiziert.

Nächster Schritt: 12 Pflichten der KRITIS-Dachgesetz-Checkliste gegen das eigene Maßnahmenkonzept stellen.

Einsatzszenarien: Wo Sicherheitsroboter die Werksfeuerwehr operativ entlasten

Fünf Szenarien haben sich in der Pilotphase als wirtschaftlich tragfähig erwiesen.

Lithium-Batterielager. Thermische Drift einzelner Zellen entsteht 10 bis 40 Minuten vor sichtbarem Rauch. QR-2 erkennt die Drift ab 60 °C Zelltemperatur über Umgebung. In einem Logistikzentrum in Niedersachsen führte die Frühwarnung 2025 zu drei verifizierten Hotspots, alle gelöscht ohne Hallenräumung.

Außenliegende Tanklager. Patrouille bei Nacht und Nebel funktioniert dort, wo die Sichtkontrolle durch einen Posten ausfällt. Der Thermalsensor arbeitet unabhängig von Lichtverhältnissen.

Späne- und Holzlager. Glutnester nach Schichtende sind der häufigste Brandauslöser in der metallverarbeitenden Industrie. Stationäre Sensorik fehlt typischerweise im Außenbereich. Ein Roboter patrouilliert das Lager alle 15 Minuten und meldet Hotspots, bevor offene Flammen entstehen.

Photovoltaik-Dachanlagen. Hotspots an Wechselrichtern lassen sich aus Bodenperspektive thermisch verifizieren. Der Roboter ersetzt nicht die Dachbegehung, aber er priorisiert sie.

Tiefgaragen mit E-Fahrzeugen. Thermische Überwachung ohne fest verbaute IR-Kameras ist wirtschaftlich nur durch eine mobile Plattform darstellbar. Die Investition für stationäre IR-Sensorik in einer Tiefgarage mit 400 Stellplätzen liegt bei 180.000 bis 240.000 Euro.

Nächster Schritt: Perimeterschutz im Industriepark und Thermalpatrouille als kombinierte Maßnahme prüfen.

Integration in die bestehende Alarmkette der Werksfeuerwehr

Die technische Integration in die Gefahrenmeldeanlage erfolgt nach DIN 14675 über ein protokollkonformes Gateway. Der Roboter wird dabei als Linientyp mit eigener Adresse geführt, nicht als externes System. Die Werksfeuerwehr behält die Hoheit über die Alarmkette.

Operativ empfehlen wir einen Zwei-Stufen-Alarm. Stufe eins: Der Roboter erkennt eine Anomalie, fährt zum Verifikationspunkt und liefert ein zweites Thermalbild aus 2 Metern Entfernung. Stufe zwei: Bei bestätigter Differenz über 60 °C wird die Einsatzkraft ausgelöst. Diese Logik senkt die Falschalarmquote in den Pilotbetrieben auf 0,8 pro Monat. Reine IR-Festinstallationen lagen im selben Zeitraum bei 4,2.

Der Live-Stream auf das Einsatzfahrzeug-Tablet beschleunigt die taktische Lagebewertung um 60 bis 90 Sekunden. Der Einsatzleiter sieht die Hotspot-Position, Temperaturverlauf und Umgebung, bevor das Fahrzeug am Objekt eintrifft.

Jede Patrouille wird als revisionssicheres Log dokumentiert. Versicherer (HDI, Allianz Industrial, AXA XL) akzeptieren diese Logs als Nachweis der Brandfrüherkennung und reduzieren in mehreren Pilotbetrieben die Sachversicherungsprämie um 4 bis 7 Prozent.

Nächster Schritt: Pilotanfrage über Pilotanfrage an Marcus Köhnlein für eine GMA-Integrationsprüfung am eigenen Standort.

TCO: Was ein QR-2 im Vergleich zu zusätzlichem Werksfeuerwehrpersonal kostet

Ein 24/7-Posten Werksfeuerwehr kostet vollkostengerecht 18.000 bis 26.000 Euro pro Monat. Der Wert berücksichtigt Tariflohn nach Manteltarifvertrag, Lohnnebenkosten, Ausrüstung, Ausbildung und Stellvertretung bei Urlaub und Krankheit. Die BDSW-Kostensätze für 24/7-Bewachung liegen in vergleichbarer Größenordnung (BDSW Zahlen, Daten, Fakten).

QR-2 als Robotics-as-a-Service Modell kostet 3.500 Euro pro Monat. Eingeschlossen sind Wartung, Software-Updates und Ersatzgerät bei Ausfall innerhalb von 48 Stunden. Kein CapEx, keine Abschreibung, vollständig OpEx-fähig und steuerlich sofort abzugsfähig.

Die Vertragslaufzeit beträgt 24 Monate. Lieferung erfolgt innerhalb von 48 Stunden ab unterzeichnetem Pilotvertrag. Vorausgesetzt wird eine abgeschlossene Standortbegehung.

Wirtschaftlich tragfähig ist das Hybridmodell. Ein Roboter ergänzt eine Reduktion von zwei auf eine menschliche Nachtschicht. Die Personalkosten sinken um rund 20.000 Euro pro Monat, die Robotikkosten steigen um 3.500 Euro. Die Werksfeuerwehr verliert keine Interventionsfähigkeit, weil die verbleibende Nachtschicht alarmgesteuert agiert statt patrouillebasiert.

Nächster Schritt: Vollkostenvergleich Wachschutz als Grundlage für die Vorlage an den CFO.

Pilotierung: 14-Wochen-Plan für die Einführung in der Werksfeuerwehr

Die Einführung folgt einem standardisierten 14-Wochen-Plan. Abweichungen sind im Einzelfall möglich, aber der Plan deckt die typische Industrieanlage mit 50.000 bis 200.000 m² Werksgelände ab.

Woche 1 bis 2. Risikobegehung mit Werkleiter, Leiter Werksfeuerwehr und Quarero-Engineering. Identifikation der kritischen Bereiche, Abgleich mit der Brandschutzordnung, Festlegung der Patrouillenzonen.

Woche 3 bis 4. Definition der Patrouillenrouten und Schwellenwerte für Thermalalarme. Die Schwellenwerte werden bereichsspezifisch parametriert. Ein Tanklager hat andere thermische Signaturen als ein Späne-Außenlager.

Woche 5 bis 6. GMA-Integration und Test der Alarmkette inklusive Eskalationsmatrix. In dieser Phase wird die Anbindung an das Leitsystem realisiert und mit Testalarmen verifiziert.

Woche 7 bis 10. Parallelbetrieb mit menschlicher Patrouille zur Kalibrierung. Die Werksfeuerwehr behält die volle operative Kontrolle. Der Roboter läuft mit, Alarme werden ausgewertet, Schwellenwerte nachjustiert.

Woche 11 bis 14. Übergang in den Regelbetrieb. Schulung der Einsatzleitung. Abnahmebericht durch Werkleiter und Leiter Werksfeuerwehr. Übergabe der revisionssicheren Dokumentation für Versicherer und KRITIS-Audit.

Nächster Schritt: Terminanfrage für Woche 1 über Pilotanfrage an Marcus Köhnlein.

Grenzen: Wo Robotik die Werksfeuerwehr nicht ersetzt

Wir trennen Detektion und Intervention. Der Roboter detektiert. Die Werksfeuerwehr interveniert. Diese Trennung ist nicht verhandelbar.

Keine Brandbekämpfung. Keine Erstmaßnahmen. Keine Personenrettung. QR-2 trägt weder Löschmittel noch ist er für die Rettung von Personen ausgelegt. Diese Aufgaben bleiben bei der Werksfeuerwehr.

Treppenhäuser und mehrstöckige Anlagen erfordern weiterhin stationäre Sensorik. Der Roboter operiert auf einer Ebene oder über barrierefreie Rampen, nicht über Treppen.

Bei Sturm über Windstärke 8 wird die Außenpatrouille automatisch ausgesetzt. Der Roboter fährt in die geschützte Ladestation. Die Werksfeuerwehr übernimmt für die Sturmdauer die manuelle Begehung.

Explosionsschutzzonen nach ATEX sind außerhalb des aktuellen Zulassungsumfangs von QR-2. In Zone 1 und Zone 2 ist der Einsatz nicht zulässig. Für diese Bereiche bleibt stationäre Ex-Sensorik die einzige rechtskonforme Option.

Der Roboter liefert Daten. Die Einsatzentscheidung bleibt bei der Einsatzleitung der Werksfeuerwehr. Wir liefern Sekunden Vorsprung, keine Autonomie in der Gefahrenabwehr.

Operative Empfehlung

Werksfeuerwehr Robotik ist kein Personalersatz. Sie ist ein Detektionsverstärker mit messbarer Wirkung: 78 Sekunden mittlere Entdeckungszeit, 0,8 Falschalarme pro Monat, 60 bis 90 Sekunden taktischer Vorsprung. Für KRITIS-Betreiber mit Außenlagern, Lithium-Batteriebeständen oder PV-Dachanlagen ist die Investition von 3.500 Euro pro Monat ab dem ersten verhinderten Hotspot wirtschaftlich. Für die rechtliche Dokumentation unter § 8 KRITIS-Dachgesetz ist sie ab Inkrafttreten der Folgeverordnungen ein belastbarer Nachweis.

Die nächste Handlung ist eine Standortbegehung. Buchen Sie diese direkt über die Produktseite QR-2 mit Thermalsensor.

Übersetzungen

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