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Patrouillenroboter Vergleich: QR-1, QR-2, QR-3

Patrouillenroboter Vergleich für DACH-Industrie: QR-1, QR-2, QR-3 nach Sensorik, Reichweite, Preis. Entscheidungsmatrix für Werk- und Sicherheitsleiter.

Dr. Raphael Nagel (LL.M.)
Investor & Autor · Founding Partner
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Patrouillenroboter Vergleich: QR-1, QR-2, QR-3 im operativen Test

Ein Werkleiter mit 18 Hektar Außengelände hat andere Anforderungen als ein Logistikleiter mit drei überdachten Hallen. Wer autonome Sicherheitsroboter beschafft, sollte zuerst das Gelände vermessen und dann die Sensorik wählen. Nicht umgekehrt. Dieser Patrouillenroboter Vergleich legt die drei QR-Konfigurationen offen, nennt die Monatskosten und benennt die Grenzen jedes Modells.

Patrouillenroboter Vergleich: Worauf es operativ ankommt

Die Auswahl scheitert selten an der Hardware. Sie scheitert an falscher Zuordnung von Sensorik zu Einsatzfläche.

Fünf Kriterien entscheiden:

  • Sensortiefe definiert den Einsatzbereich. RGB-Kamera reicht für eine Lagerhalle. Ein Solarpark bei Nacht braucht Thermalsensorik. Ein Umspannwerk braucht Radar-Drohnendetektion. Marketing-Begriffe wie "KI-gestützt" sagen nichts über die Pixeltiefe oder den Spektralbereich aus.
  • Outdoor-Tauglichkeit ist nicht binär. IP-65 ist die Mindestgrenze. Ohne thermische Detektion und Schlechtwetter-Algorithmik (Regen, Nebel, Schneegestöber) sinkt die Detektionsrate bei Nacht unter 60 Prozent.
  • Reichweite pro Patrouille muss zur Liegenschaftsgröße passen. 5 Hektar und 40 Hektar sind verschiedene Welten. Ein Roboter mit 8 km Tagesreichweite schafft 5 Hektar mit Routenredundanz. Bei 25 Hektar braucht es zwei Geräte oder einen größeren Akku.
  • Integrationstiefe in die bestehende Leitstelle entscheidet über Akzeptanz. Wenn die Wachmannschaft ein separates Tablet bedienen muss, sinkt die Nutzungsrate nach drei Wochen. Schnittstellen zu Lenel, Genetec, Milestone oder einem bestehenden Videomanagement sind Pflicht.
  • Vertragsmodell verändert die Kalkulation. CapEx mit 180.000 € Anschaffung und 5 Jahren Abschreibung verhält sich anders als RaaS mit 3.500 € pro Monat. Der Unterschied liegt bei Faktor 4 bis 6 in den ersten 24 Monaten, abhängig von Wartung, Software-Updates und Sensorerneuerung.

QR-1: Indoor und leichter Außenbereich

Der QR-1 ist das Einstiegsmodell. Er deckt überdachte und teilüberdachte Flächen ab.

Sensorik. RGB-Kamera in 4K-Auflösung, omnidirektionales Audio mit Glasbruch- und Schreierkennung, Bewegungsdetektion über 15 Meter Radius. Keine Thermalsensorik. Keine LiDAR-Karte.

Einsatz. Lagerhallen, Bürocampus, Tiefgaragen, Logistikzentren mit überdachten Flächen. Tagsüber auch leichter Außenbereich bis 2 Hektar bei guter Beleuchtung.

Reichweite. Bis 8 km Patrouillenstrecke pro Schicht. Ladezeit 90 Minuten an der Dockingstation. Bei einer Standard-Halle mit 800 Meter Routenlänge schafft der QR-1 zehn Durchgänge pro Schicht.

Preis. 3.200 € pro Monat im RaaS-Modell mit 24 Monaten Mindestlaufzeit. Inklusive Wartung, Software-Updates und Hardware-Tausch bei Defekt.

Grenzen. Nicht geeignet für reine Außenperimeter über 5 Hektar, für Nachtbetrieb ohne Beleuchtung oder für KRITIS-Sektoren mit Drohnenrisiko. Wer ein Werksgelände bei Nacht überwachen will, braucht den QR-2.

QR-2: 24/7 Outdoor mit Thermalsensorik

Der QR-2 ist der Standardfall für industrielle Außenflächen. Die QR-2 Outdoor-Konfiguration deckt Flächen ab, bei denen ein klassischer Wachposten typischerweise drei Schichten benötigt.

Sensorik. Thermal-Imaging mit 640×512 Pixeln, Personendetektion bei vollständiger Dunkelheit, IP-65-Schutzklasse. Schlechtwetter-Algorithmik mit Regenkompensation und Nebelfilter. Audio-Sensorik mit Frequenzerkennung für Schussgeräusche und Glasbruch.

Einsatz. Industrieparks, Solarparks, Logistikflächen, Werksgelände bis 25 Hektar. Der Roboter erkennt eine Person bei vollständiger Dunkelheit auf 80 Meter Distanz und löst Voralarm an die Leitstelle aus.

Reichweite. 12 km Patrouillenstrecke pro Schicht. Bei einem 18-Hektar-Solarpark mit 4 km Perimeterzaun fährt der QR-2 drei vollständige Umläufe pro Schicht plus randomisierte Innenwege.

Preis. 3.500 € pro Monat im RaaS-Modell. Gegenüber 18.000 bis 22.000 € für eine vergleichbare 24/7-Wachposten-Besetzung nach BDSW-Tarif. Lieferung innerhalb 48 Stunden, Onboarding mit Bestandswachdienst in 14 Tagen.

Details zur Branchenstruktur und Tarifstaffel der deutschen Sicherheitswirtschaft finden sich in den Zahlen, Daten, Fakten des BDSW.

QR-3: KRITIS-Konfiguration mit LiDAR und Drohnendetektion

Der QR-3 ist die Konfiguration für Betreiber kritischer Anlagen. Wer unter das KRITIS-Dachgesetz fällt, kommt um Audit-Anforderungen nicht herum. Die QR-3 für KRITIS-Betreiber liefert die dafür nötige Protokolltiefe.

Sensorik. 360°-LiDAR mit 100 Meter Reichweite, Radar-Drohnendetektion bis 500 Meter, Thermalsensorik, redundante Personenerkennung mit zwei unabhängigen Detektionspfaden. Bei Ausfall eines Sensors übernimmt der zweite ohne Patrouillenunterbrechung.

Einsatz. Energieerzeuger, Wasserwerke, Rechenzentren, Krankenhäuser nach KRITIS-Dachgesetz. Pharmaproduktion mit Drohnenrisiko. Umspannwerke. Alle Sektoren mit Schwellenwert nach BSI-KritisV.

Audit-Fähigkeit. Jeder Vorfall wird BSI-konform dokumentiert: Zeitstempel, GPS-Position, Sensorrohdaten, Klassifikationsentscheidung, Alarmierungspfad. Die Protokolle sind exportierbar als PDF und JSON für die §8a-BSIG-Nachweise.

Preis. 3.800 € pro Monat, inklusive Reporting-Template für §8a-BSIG-Nachweise und Quartals-Audit-Begleitung.

Empfehlung. Verpflichtend für Betreiber kritischer Anlagen mit NIS-2-Pflichten ab 2025. Die Schwellenwerte stehen in der BSI-KritisV. Der Pflichtenkatalog ergibt sich aus dem KRITIS-Dachgesetz-Entwurf, Bundestag-Drucksache 20/9262 und aus Artikel 21 der NIS-2-Richtlinie. Die Norm EN ISO 13482 regelt die funktionale Sicherheit mobiler Plattformen.

Eine Übersicht der konkreten Betreiberpflichten findet sich unter KRITIS-Dachgesetz Anforderungen.

Vergleich mit klassischem Wachschutz

Der Vergleich zwischen Roboterstreife und menschlichem Posten ist nicht akademisch. Er entscheidet über sechsstellige Budgets.

  • Ein 24/7-Wachposten kostet laut BDSW-Daten zwischen 15.000 und 25.000 € monatlich. Die Spreizung ergibt sich aus Manteltarifvertrag, Zuschlägen für Nacht und Sonntag, Krankenstandsquote und §34a-Qualifikation.
  • Der QR-2 deckt denselben Außenperimeter zu 3.500 € pro Monat ab. Das Verhältnis liegt zwischen 1:4 und 1:7.
  • Hybridmodell: ein menschlicher Streifenwagen plus zwei Roboter ersetzt drei 24/7-Posten. Monatskosten rund 14.000 € statt 60.000 €.
  • Das Krankenstands- und Fluktuationsrisiko der Wachmannschaft entfällt für die Roboter-Schicht. Bei einer typischen Quote von 8 Prozent Krankheit und 22 Prozent Fluktuation im Wachgewerbe ist das ein operativer Faktor.
  • Die TCO-Differenz über 36 Monate liegt typischerweise zwischen 380.000 € und 620.000 € pro ersetztem Vollposten.

Eine detaillierte Aufstellung mit Tarifrechnung und Schichtmodell steht im Kostenvergleich zum klassischen Wachschutz.

Auswahlmatrix nach Branche

Die Konfigurationsentscheidung lässt sich auf fünf Geländetypen reduzieren:

  • Logistik mit überdachten Hallen unter 5 ha: QR-1 ausreichend. RGB und Audio decken Diebstahl, Einbruch und Sabotage in Hallenkontext ab. 3.200 € pro Monat.
  • Chemiepark, Solarpark, Werksgelände 5 bis 25 ha: QR-2 ist der Standardfall. Thermalsensorik macht den Unterschied bei Nacht und Schlechtwetter. 3.500 € pro Monat. Ein Praxisbeispiel beschreibt der Beitrag Perimeterschutz im Industriepark.
  • Energieversorger, Klinik, Rechenzentrum mit KRITIS-Status: QR-3 verpflichtend wegen Audit-Anforderungen nach §8a BSIG und NIS-2 Artikel 21. 3.800 € pro Monat.
  • Gemischtes Gelände (Halle plus Außen): Kombination QR-1 plus QR-2 zu 6.700 € pro Monat. Der QR-1 deckt die Halle, der QR-2 den Perimeter. Übergabezonen sind softwareseitig synchronisiert.
  • Drohnenrisiko (Umspannwerk, Pharmaproduktion, Forschungseinrichtung): QR-3 unverzichtbar. Nur die Radar-Drohnendetektion erkennt unautorisierte UAVs vor dem Eindringen in den Luftraum über der Anlage.

Robotics-as-a-Service: Vertragsstruktur und Risikoverteilung

Das Robotics-as-a-Service Modell ist der häufigste Beschaffungsweg, weil es das Restwertrisiko vom Betreiber zum Hersteller verschiebt.

  • Keine CapEx, monatliche OpEx, 24 Monate Mindestvertragslaufzeit. Die Buchung erfolgt als Dienstleistung, nicht als Anlagevermögen. Damit entfällt die Aktivierungsdiskussion mit dem Wirtschaftsprüfer.
  • Wartung, Software-Updates, Sensorkalibrierung im Mietpreis enthalten. Quartalsweise Kalibrierung der Thermalsensorik vor Ort. Software-Updates Over-the-Air.
  • Ausfallzeit über 4 Stunden: Ersatzgerät innerhalb 24 Stunden vor Ort. Service Level Agreement mit Pönalen bei Überschreitung.
  • Compliance-Pflege bei Änderungen des KRITIS-Dachgesetzes inkludiert. Wenn sich die Schwellenwerte der BSI-KritisV ändern oder NIS-2 nachgeschärft wird, wird das Reporting-Template angepasst.
  • Kündigungsoption nach 24 Monaten ohne Restbuchwert-Risiko. Bei Standortschließung oder Umnutzung kein Verwertungsproblem.

Die vollständige Preisstaffel mit Mengenrabatten ab dem dritten Gerät steht im Drei-Stufen-Pricing.

Entscheidungsweg in 14 Tagen

Der Beschaffungsprozess ist standardisiert. Wer am Tag 1 beginnt, hat am Tag 14 den Live-Betrieb.

  • Tag 1 bis 3: Geländebegehung mit dem Sicherheitsleiter und Definition der Patrouillenrouten. Aufnahme von Schwarzstellen, Sichtachsen, Lade-Standorten. Ergebnis: Routenplan und Sensor-Anforderungsprofil.
  • Tag 4 bis 7: Auswahl der Konfiguration (QR-1, QR-2 oder QR-3) anhand der Sensorik-Anforderungen. Abgleich mit Budget und Mehrjahresplanung. Ergebnis: Angebotsschreiben mit fixiertem Monatspreis.
  • Tag 8 bis 10: Vertrag, DSGVO-Bewertung mit Datenschutzbeauftragtem, Betriebsratsabstimmung. Die Mitbestimmung greift, weil Kameratechnik betroffen ist. Eine Betriebsvereinbarung zur Zweckbindung der Aufnahmen ist Pflicht.
  • Tag 11 bis 14: Lieferung, Schulung der Leitstelle (4 Stunden Theorie, 4 Stunden Praxis), Live-Betrieb. Die Wachmannschaft erhält Zugang zum Roboter-Dashboard mit Alarmweiterleitung auf Bestandsgeräte.
  • Pilotphase über 60 Tage mit definierten KPIs: Detektionsrate (Ziel über 95 Prozent), False-Positive-Quote (Ziel unter 5 Prozent), Reaktionszeit von Detektion bis Alarm in der Leitstelle (Ziel unter 8 Sekunden). Nach 60 Tagen Pilotreview mit Anpassungsoption der Routen.

Wer einen konkreten Geländeplan vorliegen hat oder eine Vorab-Einschätzung zu QR-1, QR-2 oder QR-3 möchte, kann den Standortcheck direkt anfragen: Standortbewertung anfordern.

Übersetzungen

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