Sicherheitsroboter Tankterminal: KRITIS-Pflicht 2026
Sicherheitsroboter Tankterminal: TCO, Sensorik und Rechtsrahmen für KRITIS-pflichtige Mineralölterminals unter dem Dachgesetz 2026.
Sicherheitsroboter Tankterminal: KRITIS-Pflicht 2026
Mineralöllager fallen unter den Sektor Energie. Ab 420.000 t Jahresdurchsatz greift die KritisV. Das Dachgesetz verschiebt die Pflicht ab Q1 2026 vom Cyber- in den physischen Bereich. Personalkosten steigen, Personal fehlt. Roboterpatrouillen sind ab diesem Punkt eine betriebswirtschaftliche Entscheidung, keine Spielerei.
Sicherheitsroboter Tankterminal: Warum 2026 die Pflicht wird
Die KritisV definiert in §2 die Schwellenwerte für den Sektor Energie unter dem KRITIS-Dachgesetz. Tankterminals mit einem Durchsatz ab 420.000 t Mineralöl pro Jahr sind erfasst (BSI-KritisV, gesetze-im-internet.de). Wer die Schwelle überschreitet, wird Betreiber kritischer Anlagen mit allen Folgepflichten.
Das KRITIS-Dachgesetz hebt den physischen Schutz auf das Niveau der Cybersicherheit. §8 des Referentenentwurfs fordert nachweisbare Maßnahmen gegen Eindringen, Sabotage und Drohnenüberflug (Bundestag-Drucksache 20/9262). Mineralöllogistik ist explizit erfasst.
Die Personalfrage entscheidet die Wirtschaftlichkeit. Ein 24/7-Posten (Tor oder Streife, drei Schichten plus Vertretung) kostet im BDSW-Tarifgefüge zwischen 15.000 und 25.000 EUR pro Monat (BDSW Zahlen, Daten, Fakten). Ein QR-2 im RaaS-Modell ersetzt eine Nachtstreife bei 3.500 EUR pro Monat. Keine Krankheitstage, kein Urlaubsanspruch, keine Nacht- und Feiertagszulagen.
Die Bedrohung ist nicht hypothetisch. Das BMI-Lagebild 2024 weist 38 Prozent mehr Drohnenüberflüge über Tanklagern aus als im Vorjahr. [Quelle einfügen: BMI-Lagebild 2024, externer Link erforderlich] Aufklärung geht der Tat voraus.
Nächster Schritt: Prüfen Sie die KRITIS-Dachgesetz Checkliste 2026 auf Anwendbarkeit für Ihren Standort.
Bedrohungslage am Tankterminal: konkrete Vektoren
Fünf Vektoren wiederholen sich in den Lageberichten der Bundespolizei und der Werkfeuerwehrverbände.
Erstens: Perimeterdurchbruch an der Außenmauer. Der Hauptzeitraum liegt zwischen 02:00 und 04:30 Uhr, wenn die menschliche Streife im Pausenfenster ist und die Verladetätigkeit ruht.
Zweitens: Drohnenüberflug zur Aufklärung. Ziel ist die Erfassung der Tank-Anordnung, der Schaumlöschanlagen und der Notstromaggregate. Die Bilder dienen entweder der Vorbereitung physischer Angriffe oder dem Verkauf an Dritte.
Drittens: Manipulation an Verladerampen und Schieberhäusern. Diese Anlagen liegen oft abseits der Kamera-Sichtachsen, weil die Kameras primär auf die Tassen und das Tor ausgerichtet sind.
Viertens: Insider-Risiko bei externen Tankwagen-Fahrern. Außerhalb der Hauptverladezeiten ist die Identitätskontrolle dünner, der Zugang zu sensiblen Bereichen größer.
Fünftens: Sabotage an Schaumlöschanlagen und Tankdach-Atmungsventilen. Ein einzelnes deaktiviertes Ventil kann im Brandfall die Eskalation vom Schwelbrand zum Vollbrand bewirken.
Nächster Schritt: Die genannten Vektoren gehören in Ihre aktuelle Gefährdungsbeurteilung.
QR-2 und QR-3 im Tanklager: Sensorik und Einsatzprofil
Der QR-2 für 24/7-Außeneinsatz patrouilliert auf befestigten Wegen zwischen den Tassen. Die Wärmebildkamera detektiert Personen ab 30 m, Fahrzeuge ab 80 m. Die thermische Anomalie-Erkennung meldet Leckagen und Schwelbrände vor dem optisch sichtbaren Stadium. Das ist der eigentliche Mehrwert gegenüber einer menschlichen Streife mit Taschenlampe.
Der QR-3 mit Drohnendetektion erfasst unbemannte Luftfahrzeuge bis 400 m Distanz über LiDAR und akustische Signatur. Die Plattform ist für KRITIS-Pflichtbetrieb ausgelegt und liefert auditierbare Detektionsprotokolle.
Klarstellung zur Ex-Zone: Weder QR-2 noch QR-3 sind ATEX-zertifiziert. Beide Plattformen operieren ausschließlich auf ausgewiesenen Verkehrswegen außerhalb der Ex-Zone 0 und Ex-Zone 1. Routen in Ex-Zone 2 sind nach Einzelfallprüfung mit dem Brandschutzbeauftragten möglich, müssen aber in der Streckenkartierung explizit freigegeben werden. Die Patrouille deckt damit Perimeter, Verkehrswege und Verladebereich ab, nicht die unmittelbare Tankumgebung in der primären Ex-Zone.
Patrouillenrouten sind randomisiert. Ein Eindringling kann kein vorhersehbares Zeitfenster errechnen. Die Datenübertragung läuft verschlüsselt an die werkseigene Leitstelle. Keine Cloud-Pflicht, keine Drittanbieter-Abhängigkeit für die Lagebild-Daten.
Nächster Schritt: Klären Sie mit Ihrem Brandschutzbeauftragten, welche Verkehrswege außerhalb Ex-Zone 0/1 für eine Patrouille verfügbar sind.
TCO-Vergleich: Wachposten gegen Roboterpatrouille
Die Zahlen sind nüchtern. Drei 24/7-Streifenposten (eine Tor- und zwei Außenstreifen) kosten im BDSW-Tarifgefüge zwischen 540.000 und 900.000 EUR pro Jahr, abhängig von Bundesland, Qualifikationsstufe und Zulagenstruktur (BDSW Zahlen, Daten, Fakten).
Zwei QR-2 plus ein QR-3 für Drohnenabwehr liegen im RaaS-Modell bei 124.800 EUR pro Jahr. Das entspricht 10.400 EUR pro Monat für drei Plattformen, inklusive Wartung, Software-Updates und Tausch defekter Einheiten innerhalb 48 Stunden. Kein CapEx, keine Aktivierung in der Bilanz, kein Abschreibungsrisiko.
Das Robotics-as-a-Service Modell hat eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten. Danach ist monatlich kündbar. Wer die Plattformen nach Ablauf nicht mehr will, gibt sie zurück. Wer skalieren möchte, fügt Einheiten ohne Neuverhandlung hinzu.
Der strukturelle Vorteil: Der BDSW meldet rund 12.000 unbesetzte Stellen in der privaten Sicherheitswirtschaft. (BDSW Zahlen, Daten, Fakten) Wer heute drei zusätzliche Streifenposten besetzen will, findet sie auf vielen Märkten schlicht nicht. Der Personalengpass entfällt bei einer Roboterpatrouille strukturell.
Tradeoff: Ein Roboter erkennt, dokumentiert und alarmiert. Er greift nicht zu, spricht keinen Platzverweis aus und führt keine Personenkontrolle durch. Wer auf physische Intervention angewiesen ist, braucht zusätzlich ein Interventionsteam. Die Frage ist nicht Roboter oder Mensch, sondern wie viele Menschen wofür.
Nächster Schritt: Rechnen Sie Ihren konkreten Standortfall im TCO-Vergleich Wachschutz gegen.
Integration in das bestehende Sicherheitskonzept
Roboter ergänzen, nicht ersetzen. Ein Interventionsteam bleibt zwingend, damit ein Alarm am Tor verifiziert und bei Bedarf eskaliert werden kann. Wer den letzten Posten am Tor streicht, verliert die Eingangskontrolle. Das ist nicht der Zweck der Übung.
Die Anbindung an vorhandene PSIM-Systeme (Genetec, Milestone, Siemens Siveillance) läuft über ONVIF und MQTT. Bestehende Alarmstränge bleiben erhalten. Der Roboter wird zu einer zusätzlichen Sensor- und Aktorquelle in der Leitstelle.
Die Alarmkette ist definiert: Robotermeldung an die Leitstelle, dortige Verifizierung über das Live-Videobild der Plattform, dann Eskalation an Polizei oder Werkfeuerwehr. Zielzeit zwischen Detektion und Eskalation: 90 Sekunden.
Die Lade- und Wartungsstation steht außerhalb der Ex-Zone, idealerweise am Werkschutzgebäude oder einer baulich getrennten Garage. Stromanschluss 230 V, Mobilfunk- oder LWL-Anbindung an die Leitstelle.
Inbetriebnahme inklusive Streckenkartierung dauert fünf Werktage nach Lieferung. Die Kartierung erfolgt mit dem Brandschutzbeauftragten, dem Werkschutzleiter und einem Techniker der Quarero gemeinsam.
Nächster Schritt: Prüfen Sie die ONVIF- und MQTT-Schnittstellen Ihres aktuellen PSIM auf Kompatibilität.
Rechtsrahmen: KRITIS-Dachgesetz, NIS-2 und EU-Maschinenverordnung
Das KRITIS-Dachgesetz tritt voraussichtlich Q1 2026 in Kraft. Die Registrierungspflicht beim BBK gilt binnen sechs Monaten nach Inkrafttreten (Bundestag-Drucksache 20/9262). Wer die Schwelle überschreitet und nicht registriert ist, riskiert Bußgelder und persönliche Haftung der Geschäftsleitung.
NIS-2 verpflichtet die Geschäftsleitung zur Vorstandshaftung bei nachweislich unzureichendem physischen Schutz (NIS-2-Richtlinie 2022/2555, EUR-Lex). Artikel 21 fordert Risikomanagementmaßnahmen für physische und logische Sicherheit gleichermaßen. Der Vorstand kann sich nicht mehr auf den IT-Leiter berufen, wenn der Perimeter ungeschützt ist.
Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 ersetzt ab Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie. Autonome Maschinen mit eigenständigem Verhalten sind explizit erfasst (Verordnung 2023/1230, EUR-Lex). Roboterpatrouillen fallen darunter und benötigen entsprechende Konformitätserklärungen.
EN ISO 13482 regelt die Sicherheitsanforderungen an persönliche Begleitroboter und Servicemaschinen. Für den Außeneinsatz auf befestigten Wegen ist die Norm anwendbar und in der Konformitätserklärung referenziert. ([EN ISO 13482, externer Link erforderlich])
Dokumentationspflicht: Jede Patrouille muss auditierbar protokolliert sein. Die Aufbewahrungsfrist beträgt mindestens 24 Monate. [Quelle einfügen: gesetzliche Grundlage mit externem Link erforderlich] Die Quarero-Plattform speichert Routenprotokolle, Detektionsereignisse und Alarmverläufe revisionssicher.
Nächster Schritt: Konsolidieren Sie Ihre Compliance-Anforderungen aus KritisV, NIS-2 und Maschinenverordnung in einem Dokument.
Pilotprojekt am Tankterminal: 14-Wochen-Plan
Der Pilot folgt einem fixen Zeitplan. Woche 1 bis 2: Site Survey, Ex-Zonen-Klassifikation, Routenplanung mit dem Brandschutzbeauftragten. Ergebnis ist eine Streckenkarte mit allen freigegebenen Verkehrswegen außerhalb Ex-Zone 0/1.
Woche 3 bis 4: Vertragsabschluss RaaS, Anpassung der Werkschutzordnung, Betriebsratsinformation. Die Betriebsratsbeteiligung ist nicht optional. Roboter mit Bildaufnahme sind mitbestimmungspflichtig nach BetrVG §87.
Woche 5: Lieferung und Inbetriebnahme von QR-2 und QR-3 binnen 48 Stunden nach Eintreffen. Streckenkartierung, Schnittstellentests zur Leitstelle, Probeläufe.
Woche 6 bis 10: Parallelbetrieb mit dem bestehenden Wachpersonal. Auswertung der Detektionsraten, Falschalarmquote, Verfügbarkeit. In dieser Phase wird das System getunt, nicht abgenommen.
Woche 11 bis 14: Reduktion der Streifenposten, Übergang zum reinen Interventionsmodell, Audit-Bericht. Am Ende steht eine dokumentierte Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsleitung. Sie enthält Detektionsstatistik, TCO-Abgleich und Compliance-Mapping.
Tradeoff: Der Parallelbetrieb in Woche 6 bis 10 kostet Geld, weil beide Systeme laufen. Wer den Schritt überspringt, hat keine belastbare Datengrundlage für die Reduktion des Personals. Das ist der einzige Punkt, an dem wir zur Geduld raten.
Nächster Schritt: Vereinbaren Sie den Site Survey direkt mit Marcus Köhnlein.
Nächste Schritte für Werkleiter
Vier Punkte stehen in dieser Reihenfolge an.
Erstens: Prüfen Sie, ob Ihr Terminal die KritisV-Schwelle von 420.000 t Jahresdurchsatz überschreitet. Die Schwelle bezieht sich auf den Gesamtumschlag, nicht auf einzelne Produktgruppen.
Zweitens: Bereiten Sie die BBK-Registrierung vor, falls noch nicht erfolgt. Die Vorlaufzeit ist nicht trivial. Interne Stellungnahmen aus Werkschutz, IT und Geschäftsleitung sind erforderlich.
Drittens: Prüfen Sie Ihren bestehenden Wachschutzvertrag auf Kündigungsfristen und tatsächliche TCO. Viele Verträge laufen mit 6-monatiger Kündigungsfrist und automatischer Verlängerung. Wer den Pilot in Q2 2026 starten will, muss spätestens Q4 2025 kündigen oder umstellen.
Viertens: Stellen Sie eine Pilotanfrage an Quarero. Der Site Survey ist kostenfrei und liefert eine konkrete Streckenkarte für Ihren Standort. Für DACH-weite Tanklager-Referenzen können Sie Marcus Köhnlein direkt kontaktieren oder das Kontaktformular nutzen.