Live · DACH ops
03:47 · QR-2 · Sektor B · 0 anomalies04:03 · QR-7 · Gate 4 · handover ack04:11 · QR-2 · Sektor B · patrol complete · 4.2 km04:14 · Filderstadt · ops ack · all green04:22 · QR-12 · Stuttgart-W · charge cycle 84%04:30 · QR-3 · Karlsruhe · perimeter sweep · pass 3/404:38 · QR-9 · Wien-N · weather check · IP65 nominal04:45 · QR-2 · Sektor B · thermal hit reviewed · benign04:52 · QR-15 · Zürich-O · escalation queue · empty05:00 · all units · shift turnover · zero incidents03:47 · QR-2 · Sektor B · 0 anomalies04:03 · QR-7 · Gate 4 · handover ack04:11 · QR-2 · Sektor B · patrol complete · 4.2 km04:14 · Filderstadt · ops ack · all green04:22 · QR-12 · Stuttgart-W · charge cycle 84%04:30 · QR-3 · Karlsruhe · perimeter sweep · pass 3/404:38 · QR-9 · Wien-N · weather check · IP65 nominal04:45 · QR-2 · Sektor B · thermal hit reviewed · benign04:52 · QR-15 · Zürich-O · escalation queue · empty05:00 · all units · shift turnover · zero incidents
← Alle Beiträge
robotik

Sicherheitsroboter Thermalkamera: Nachtschicht im Werk

Sicherheitsroboter Thermalkamera detektiert Personen bei 0 Lux auf 150 m, erkennt Hotspots an Trafos und ersetzt den 24/7-Wachposten ab 3.500 € pro Monat.

Dr. Raphael Nagel (LL.M.)
Investor & Autor · Founding Partner
Auf LinkedIn folgen

Die Nachtschicht in einem unbeleuchteten Außenlager ist die teuerste und gleichzeitig die fehleranfälligste Schicht im Werkschutz. Ein einzelner Posten kostet zwischen 15.000 und 25.000 € pro Monat, eine RGB-Kamera ohne IR-Aufheller verliert ihre Erkennungsleistung unter 5 Lux fast vollständig. Thermalsensorik schließt diese Lücke. Dieser Artikel beschreibt den technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmen für den Einsatz eines Patrouillenroboters mit LWIR-Thermalkamera in Industrieumgebungen mit 24/7-Außenbetrieb.

Sicherheitsroboter Thermalkamera: Warum Thermal die Nachtschicht ablöst

RGB-Kameras versagen unter 5 Lux ohne IR-Aufheller. Auf einem Logistikhof zwischen Containerreihen herrschen nachts oft 0,5 bis 2 Lux. Eine Thermalkamera benötigt keine Lichtquelle, weil sie Eigenwärme misst und nicht reflektiertes Licht. Die Wärmesignatur eines Menschen liegt bei Nacht 8 bis 12 Kelvin über Asphalt und ist mit einem 640×512-LWIR-Sensor auf 150 m sicher detektierbar.

Nebel, Rauch, Staub und Regen reduzieren die effektive Reichweite einer RGB-Kamera um bis zu 70 Prozent. Langwelliges Infrarot (LWIR) verliert unter den gleichen Bedingungen nur 15 bis 20 Prozent. Eindringlinge in dunkler Tarnkleidung sind im sichtbaren Spektrum praktisch nicht erkennbar, im Thermalbild jedoch eindeutig als heißer Körper vor kalter Umgebung sichtbar.

Der QR-2 mit Thermalkamera kombiniert einen 640×512-LWIR-Sensor mit einer 4K-RGB-Kamera. Beide Streams werden in einer Detektionspipeline fusioniert. Die Personendetektion läuft primär auf dem Thermalstream, die Klassifikation und Verifikation greifen auf das fusionierte Bild zu.

Technische Spezifikation: LWIR-Sensorik im Patrouillenroboter

Der Sensor arbeitet im Wellenlängenbereich 8 bis 14 µm. Es handelt sich um einen ungekühlten Mikrobolometer mit einer Noise Equivalent Temperature Difference (NETD) unter 50 mK. Die Auflösung beträgt 640×512 Pixel bei 30 Hz Bildrate.

Die Reichweiten nach den Johnson-Kriterien sind operativ relevant und müssen separat ausgewiesen werden. Detection bezeichnet das Erkennen, dass sich ein Objekt im Bild befindet (300 m für eine Person). Recognition meint die Klassifikation als Mensch (150 m). Identification erlaubt die Unterscheidung individueller Merkmale (75 m). Werkleiter sollten diese drei Werte getrennt prüfen, weil ein Anbieter, der nur "Reichweite 300 m" angibt, in der Regel die Detection-Schwelle meint und keine Klassifikation auf dieser Distanz garantiert.

Die Pan-Tilt-Einheit erlaubt ±180° Schwenk und ±45° Neigung. Eine elektronische Stabilisierung kompensiert Fahrwerksvibrationen auf unebenem Untergrund. Die Personendetektion läuft als YOLO-basiertes Modell direkt auf dem Roboter mit einer Latenz unter 200 ms zwischen Sensorframe und Alarmtrigger.

Für Brandfrüherkennung lässt sich die Thermalkamera als punktuelles Pyrometer einsetzen. Die Temperaturmessung ist auf ±2 K genau und reicht aus, um abweichende Oberflächentemperaturen an Trafos, Wechselrichtern oder Batteriespeichern zu erkennen, bevor sich ein offenes Feuer entwickelt.

Einsatzprofile: Wo Thermal-Patrouille konkret wirkt

Logistikhöfe und Außenlager sind der häufigste Anwendungsfall. Zwischen Containerreihen entstehen tiefe Schattenzonen, in denen RGB-Kameras keine Konturen mehr auflösen. Eine Thermalpatrouille detektiert Personen in diesen Zonen unabhängig von der Beleuchtung.

Photovoltaikfelder und Umspannanlagen profitieren von der Doppelfunktion. Der Roboter erkennt sowohl Eindringlinge als auch thermische Hotspots an Wechselrichtern und Trafos. Das BBK beschreibt die Schutzpflichten für kritische Infrastrukturen, in denen Brandfrüherkennung an Energietechnik regulatorisch und wirtschaftlich relevant ist.

In Chemie- und Tankläger erlauben Temperaturdifferenzen die Detektion von Leckagen, bevor sie eskalieren. Auf Bauphasen und Brachflächen ohne Beleuchtung ersetzt die Patrouille einen mobilen Wachmast mit Generator und spart Diesel- sowie Wartungskosten. An Rechenzentrums-Peripherien und Kühlhäusern lassen sich Anomalien an Lüftungsschächten und Kühlleitungen früh erkennen.

Eine ausführliche Diskussion der Einsatzlogik im gemischten Industriegelände steht im Beitrag Perimeterschutz für Industrieareale.

Personendetektion: False-Positive-Rate unter realen Bedingungen

Klassische PIR-Melder lösen unter Freilandbedingungen 8 bis 15 Mal pro Nacht fehlerhaft aus. Wildtiere, Sonnenreflexionen auf Stahlblech, im Wind bewegte Vegetation und thermische Eigenbewegungen von Maschinen erzeugen Signaturen, die ein einfacher Sensor nicht unterscheiden kann. Eine Leitstelle, die jeden dieser Alarme bearbeitet, ist nach wenigen Wochen blind für reale Vorfälle.

Der QR-2 unterscheidet Mensch, Tier und Fahrzeug über Form, Größenverhältnis und Bewegungsmuster im Thermalstream. In drei Industrieparks wurde eine validierte False-Positive-Rate unter 2 Prozent über 90 Tage gemessen. Jeder Alarm wird vor Eskalation durch das fusionierte RGB-Bild und einen aktivierbaren Audiokanal verifiziert.

Die Eskalationskette läuft in drei Stufen. Der Roboter erkennt und triggert. Der Operator in der Leitstelle verifiziert in median 12 Sekunden über Live-Stream und Audio. Bei bestätigtem Eindringen werden Polizei, Werkfeuerwehr oder Interventionsdienst nach vordefinierter Matrix gerufen. Diese Verifikationsstufe ist der eigentliche Grund, warum hybride Systeme aus Robotik plus menschlichem Operator den reinen Sensorbetrieb schlagen.

TCO: Thermal-Patrouille gegen klassische 24/7-Bestreifung

Ein 24/7-Wachposten in Deutschland kostet inklusive Lohnnebenkosten, Schichtzuschlägen für Nacht, Sonntag und Feiertag sowie Manteltarifvertrag-Aufschlägen zwischen 15.000 und 25.000 € pro Monat. Der BDSW dokumentiert Tariflöhne und Schichtmodelle, die diese Bandbreite strukturell bestimmen.

Ein QR-2 mit Thermalkamera kostet im Robotics-as-a-Service Modell 3.500 € pro Monat. Darin enthalten sind Wartung, Software-Updates und ein Ersatzgerät bei Ausfall. Der Break-even gegenüber einem einzelnen Posten liegt bei 4,3 Wochen, gegenüber einem Doppelpost (Tag- und Nachtschicht) bei 2,2 Wochen.

Die bilanzielle Wirkung ist ebenfalls relevant. RaaS ist eine Betriebsausgabe und voll absetzbar. Es entstehen keine CapEx, keine Abschreibung und keine Bilanzbelastung. Die Lieferzeit beträgt 48 Stunden, die Mindestlaufzeit 24 Monate. Skalierung erfolgt ohne Personalakquise im strukturell engen Wachschutzmarkt, in dem offene Stellen in Ballungsräumen oft sechs Monate unbesetzt bleiben.

Eine detaillierte Kostenrechnung steht im TCO-Vergleich Wachschutz. Wer ein gemischtes Areal mit mehreren Patrouillen plant, findet die hybride TCO-Rechnung im Industriepark hilfreich.

Recht und Datenschutz beim Thermalbild

Thermalbilder fallen unter die DSGVO, sobald natürliche Personen identifizierbar sind. Auf 75 m Distanz ist Identifikation nach Johnson-Kriterien gegeben, also greift die DSGVO regelmäßig. Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse) plus dokumentierte Interessenabwägung. Die Abwägung muss schriftlich vorliegen und Schutzbedarf, Erforderlichkeit und mildere Mittel benennen.

Die Beschilderungspflicht nach Art. 13 DSGVO gilt an allen Zugängen. Der Hinweis muss Thermal- und RGB-Erfassung explizit ausweisen, der reine Hinweis auf "Videoüberwachung" reicht nach Rechtsprechung mehrerer Aufsichtsbehörden nicht aus. Die Standardspeicherfrist beträgt 72 Stunden. Bei dokumentiertem Vorfall verlängert sich die Frist auf 30 Tage, danach erfolgt automatische Löschung über die Quarero-Konsole.

Funktional regelt EN ISO 13482 Sicherheitsanforderungen für persönliche Assistenzroboter, die auf Patrouillenroboter analog anwendbar ist. Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 ist seit Januar 2027 verbindlich anwendbar und regelt autonome mobile Maschinen inklusive Patrouillenroboter mit Risikobewertung, CE-Konformität und technischer Dokumentation.

Integration in bestehende Sicherheitsarchitektur

Der QR-2 unterstützt ONVIF Profile S und T. Damit lässt sich der Live-Stream direkt in Milestone, Genetec oder Qognify einbinden, ohne Parallelinfrastruktur aufzubauen. Alarmweiterleitung erfolgt wahlweise über SIA DC-09, Contact ID oder REST-Webhook an die Leitstelle eines bestehenden Bestandsdienstleisters.

Patrouillenrouten werden in der Quarero-Konsole als GPS-Wegpunkte mit Verweildauer pro Zone konfiguriert. Die Schnittstelle zur Zutrittskontrolle erlaubt automatische Plausibilitätsprüfung: eine an Tor X erkannte Person wird gegen die aktive Schichtliste abgeglichen, bevor ein Alarm ausgelöst wird.

Der wirtschaftlich entscheidende Aspekt ist der Hybridbetrieb. Ein menschlicher Operator überwacht parallel 4 bis 6 Roboter aus einer Leitstelle, statt selbst zu streifen. Das verändert das Personalprofil: gefragt ist ein Operator mit §34a-Unterrichtung oder Sachkundeprüfung, der mit VMS und Konsole arbeitet, nicht mehr ein Streifenposten in Witterung.

Für Standorte mit zusätzlichem Drohnenrisiko ist der QR-3 mit LiDAR und Drohnendetektion die folgerichtige Erweiterung.

Pilotierung: 14-Tage-Test mit Thermal-Patrouille

Der Pilot folgt einem festen Ablauf, damit Ergebnisse vergleichbar bleiben. An Tag 1 und 2 erfolgt der Site Survey mit Routenplanung, Festlegung der GPS-Wegpunkte und Definition der Eskalationsmatrix. Die Matrix legt fest, welcher Detektionstyp an welche Stelle gemeldet wird und mit welcher Reaktionszeit.

An Tag 3 wird der Roboter geliefert, in Betrieb genommen und die Leitstelle geschult. Die VMS-Integration über ONVIF wird am gleichen Tag eingerichtet und getestet. Ab Tag 4 läuft der Echtbetrieb. Tägliches Reporting umfasst Detektions-Log, False-Positive-Auswertung und Patrouillenkilometer.

Nach 14 Tagen folgt das Übergabeprotokoll mit einer Heatmap der Detektionen, einem TCO-Vergleich gegen den vorherigen Wachschutzbetrieb und einer Empfehlung zu QR-2 oder QR-3 je nach Geländeprofil. Die Verlängerung erfolgt entweder als RaaS-Vertrag mit 24 Monaten Laufzeit oder als Rückbau ohne Folgekosten.

Wer einen Pilot in den nächsten 30 Tagen prüfen möchte, startet über die Pilotanfrage oder direkt über die Produktseite zum QR-2 mit Thermalkamera.

Übersetzungen

Call now+49 711 656 267 63Free quote · 24 hCalculate price →