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Sicherheitsroboter Stahlwerk: Werkschutz neu gedacht

Sicherheitsroboter Stahlwerk: Thermalpatrouille, Buntmetallschutz, KRITIS-Auditlogs. TCO-Vergleich, Implementierung und Heißbereichsgrenzen für Werkleiter.

Dr. Raphael Nagel (LL.M.)
Investor & Autor · Founding Partner
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Ein integriertes Hüttenwerk ist kein klassisches Industrieobjekt. Es ist eine Stadt aus Kohlebunkern, Hochöfen, Walzstraßen und Gleisanschlüssen, betrieben rund um die Uhr, durchsetzt von Werten im sechsstelligen Bereich pro Lagerfläche. Werkschutz im klassischen Sinn deckt diese Geometrie nur unzureichend ab. Sicherheitsroboter ergänzen den Posten und die Streife dort, wo Routine sie ablöst. Thermalsensorik übertrifft beide.

Sicherheitsroboter Stahlwerk: das operative Bedrohungsbild

Buntmetalldiebstahl ist der Schadensschwerpunkt. Kupferbarren, Kabeltrommeln und sortenreine Schrottfraktionen liegen auf offenen Lagerflächen mit Schwarzmarktwerten, die organisierte Banden anziehen. Die Flächen sind nicht eingehaust, der Materialfluss verbietet permanente Umzäunung jeder Halde.

Die Geometrie verschärft das Problem. Integrierte Hüttenwerke bewegen sich zwischen 200 und 1.500 Hektar. Der Außenzaun erreicht zweistellige Kilometerlängen. Hinzu kommen mehrere Werkstore, Gleisanschlüsse mit Werksbahn und Übergaben an die DB Netz AG. Jeder Übergang ist ein potenzieller Eindringpunkt.

In Nachtschichten konzentriert sich das verbleibende Personal auf Kokerei, Hochofen und Stranggießanlage. Periphere Lagerflächen, Schrottplätze und Versandbereiche bleiben unbeobachtet. Der Posten am Werkstor sieht nicht, was 800 Meter entfernt am Gleisanschluss geschieht.

Die Brandlast ist die zweite große Gefährdung. Kohlebunker neigen zur Selbsterwärmung, Ölhydrauliken an Walzgerüsten und Pressen sind dokumentierte Brandauslöser. Visuelle Rauchdetektion meldet zu spät. Thermische Früherkennung verschafft der Werkfeuerwehr die Minuten, die einen Glimmnestfund von einem Großbrand trennen.

Werksspionage ist die unterschätzte Restkategorie. Walzwerke mit patentierten Legierungsrezepturen sind in der DACH-Region nachweislich Ziel von Zugriffen auf Probenmaterial, Prozessparameter und Bedienanleitungen. Der Schaden ist nicht versicherbar, weil er sich erst Jahre später als Wettbewerbsverlust zeigt.

Patrouillenarchitektur entlang der Wertschöpfungskette

Die Wertschöpfungskette eines Hüttenwerks zerfällt in Zonen mit eigenen Risiken. Eine sinnvolle Roboterarchitektur folgt dieser Logik, nicht einer abstrakten Zaungrenze.

Zone Rohstofflager (Kohle, Erz, Schrott): Hier dominiert die Kombination aus Brandgefahr und Diebstahl. Der QR-2 für 24/7-Außenpatrouille mit Thermalkamera detektiert sowohl Glimmnester in Kohlehalden als auch Eindringlinge in der Dunkelheit. Die Routen verlaufen randomisiert entlang der Haldenkanten.

Zone Hochofen und Stahlwerk: Roboter operieren ausschließlich auf den Außenringen. Heißbereiche mit Umgebungstemperaturen über 60 Grad Celsius sind technisch ausgeschlossen. Strahlungswärme der Gießpfannen, der Abstichbühne und der Konverter würde Sensorik und Antrieb innerhalb von Minuten beschädigen. Diese Grenze ist nicht verhandelbar.

Zone Walzwerke und Adjustage: Innenpatrouillen mit QR-1 in Hallenfluchten, Logistikgassen und Materialpufferzonen. Schichtwechselverifikation per Badge-Scan, dokumentierte Anwesenheit der Schichtführer, Abgleich mit Schichtplan der Werkleitung.

Zone Versand und Werksbahn: QR-2 patrouilliert entlang der Gleisanschlüsse und Verladehallen. Kennzeichenerfassung an Werkstoren ergänzt die statische Zufahrtskontrolle. Werksbahnen sind klassische Eintrittsvektoren für Diebstahl, weil die Schienenstränge selten lückenlos eingezäunt sind.

Zone Nebenanlagen (Kraftwerk, Wasseraufbereitung): Bei KRITIS-Einstufung kommt der QR-3 mit LiDAR und Drohnendetektion zum Einsatz. Werkseigene Kraftwerke fallen häufig zusätzlich unter den Sektor Energie und benötigen den höheren Schutzgrad.

Nächster Schritt: Perimeterschutz Industriepark für die Zonenzuordnung bei gemischten Werksstrukturen.

Thermische Detektion vor Großschaden

Selbstentzündung in Kohlelagern ist ein chemischer Prozess. Sie beginnt bei Oberflächentemperaturen ab etwa 60 Grad Celsius [Quelle einfügen], oft Stunden bevor Rauchentwicklung sichtbar wird. Wer auf den Rauch wartet, wartet zu lange.

Der QR-2 erfasst Temperaturdeltas mit einer Genauigkeit von 2 Kelvin auf 30 Meter Distanz. [Datenblatt verlinken] Überschreitet eine Halde den definierten Schwellenwert, alarmiert das System automatisch die Werkfeuerwehr über die Leitstelle. Die GPS-Koordinaten der Anomalie werden mitgeliefert, der Einsatzleiter sieht die Position auf seinem Lageplan, ohne dass ein Mensch sie übermitteln muss.

Heißläuferdetektion ist der sekundäre Nutzen. Förderbandantriebe, Hydraulikaggregate und Pumpenmotoren entwickeln vor dem Ausfall thermische Signaturen, die der Roboter im Vorbeifahren miterfasst. Der Wartungsleiter erhält einen separaten Report, getrennt vom Sicherheitsdatenstrom.

Der Vergleich mit stationärer Thermografie ist nüchtern. Ein QR-2 deckt etwa 8 Hektar pro Stunde ab [Datenblatt verlinken], fixe Kameras nur definierte Sektoren. Stationäre Anlagen sind günstiger pro Punkt, aber teurer pro Fläche. Bei 80 Hektar Rohstofflager kippt die Rechnung zugunsten der mobilen Lösung.

Die Integration in die bestehende Brandmeldeanlage erfolgt über OPC-UA oder potentialfreie Kontakte. Ein Eingriff in die Leittechnik ist nicht erforderlich. Das ist für Werkleiter relevant, weil jede Änderung an der BMA eine Neuabnahme durch den Sachverständigen auslöst.

Buntmetalldiebstahl: messbare Reduktion

Branchenmeldungen aus deutschen Stahlwerken nennen Schadenshöhen zwischen 40.000 und 280.000 Euro pro Vorfall, jeweils bezogen auf eine Nacht. [Quelle einfügen] Die Spanne erklärt sich aus der Bandbreite zwischen Kupferkabelraub und gezieltem Zugriff auf sortenreine Buntmetallchargen.

Das Täterprofil ist konsistent. Organisierte Banden, häufig mit Insiderwissen zur Werksgeometrie, dringen über die Werksbahn oder über schwach bewachte Nebentore ein. Die Aktion dauert selten länger als 40 Minuten. [Quelle einfügen] Klassische Streifenrunden mit fester Taktung werden abgewartet.

Hier setzt die Roboterlogik an. Eine autonome Werkschutzpatrouille fährt randomisierte Routen. Die Lücken statischer Wachgänge verschwinden, weil keine vorhersehbare Taktung mehr existiert. Der Täter weiß nicht, wann der Roboter erscheint.

Audioerkennung ist die zweite Schicht. Bolzenschneider, Trennschleifer und Motorengeräusche außerhalb betrieblicher Zeitfenster lösen Alarm aus. Die Klassifikation läuft lokal auf dem Roboter, die Latenz bleibt unter zwei Sekunden. [Quelle einfügen]

Vor dem Polizeiruf erfolgt Live-Videoverifikation in der Leitstelle. Das reduziert Fehlalarme, die in NRW und im Saarland inzwischen kostenpflichtig sind [Quelle zur Gebührenordnung einfügen], und beschleunigt zugleich die Einsatzkette, weil der Einsatzleiter ein verifiziertes Bild übergibt.

KRITIS-Einordnung der Stahlindustrie

Der Sektor Industrie nach dem KRITIS-Dachgesetz Entwurf umfasst die Grundstoffproduktion ab definierten Schwellenwerten der Jahresproduktion. Hüttenwerke fallen regelmäßig darunter, sobald die Produktionsmenge die Bagatellgrenze überschreitet.

Werkseigene Kraftwerke und Gasnetze fallen häufig zusätzlich unter den Sektor Energie. Die KritisV legt die Schwellenwerte für Anlagen der Energie- und Industrieversorgung fest. In der Praxis bedeutet das eine doppelte Einstufung mit unterschiedlichen Nachweispflichten.

Die NIS-2-Richtlinie verpflichtet mittlere und große Unternehmen kritischer Sektoren zu Risikomanagement und Vorstandshaftung. Diese Pflichten greifen für die meisten integrierten Hüttenwerke der DACH-Region unabhängig vom Dachgesetz, weil die Größenschwellen ohnehin überschritten werden.

Die Vorstandshaftung erstreckt sich auf physische Schutzmaßnahmen, nicht nur auf IT-Sicherheit. Das ist der Punkt, der in vielen Vorstandsetagen noch nicht angekommen ist. Wer den Perimeter vernachlässigt, haftet persönlich. Das gilt, sobald ein Vorfall mit Auswirkung auf die Grundstoffversorgung nachweisbar wird.

Roboterpatrouillen liefern revisionssichere Auditlogs. Jede Route, jeder Alarm, jede Quittierung wird mit Zeitstempel protokolliert. Die Logs sind für BBK-Nachweispflichten verwendbar, ohne dass nachträglich Berichte konstruiert werden müssen.

Siehe auch: KRITIS-Dachgesetz Checkliste für die operative Umsetzung der Nachweispflichten.

Wirtschaftlichkeit gegenüber konventionellem Werkschutz

Ein 24/7-Wachposten kostet in der DACH-Region vollkostenbasiert zwischen 15.000 und 25.000 Euro monatlich. [Quelle einfügen] Eingerechnet sind Schichtzulagen, Urlaubs- und Krankheitsvertretung sowie Ausfallreserve. Mantel- und Lohntarif kommen hinzu. Der BDSW dokumentiert die Tariflohnentwicklung und die anhaltenden Personalengpässe der Branche.

Ein typisches Hüttenwerk benötigt 4 bis 8 parallele Posten, dazu Streifenfahrzeuge mit Fahrern und eine Leitstelle. Das Jahresvolumen bewegt sich zwischen 1,2 und 2,4 Millionen Euro, je nach Werksgröße und Standortzulagen. [Quelle einfügen]

Der QR-2 zu 3.500 Euro monatlich ersetzt keinen Menschen. Er verlagert ihn. Aus dem routinemäßigen Streifengang am Außenzaun wird Intervention bei verifiziertem Alarm. Der Werkschutzmitarbeiter wird zum Einsatzkräfteersten, nicht zum Geh-Apparat.

Im Hybridmodell mit zwei QR-2 plus reduzierter Werkschutzbesatzung sinken die Gesamtkosten um 35 bis 50 Prozent gegenüber dem reinen Personalmodell. [Quelle oder Berechnungsgrundlage einfügen] Die exakte Spanne hängt von Werksfläche, Schichtmodell und vorhandener Sensorik ab.

Das Robotics-as-a-Service Modell entlastet das CapEx-Budget. Die Vertragslaufzeit beträgt 24 Monate, die Lieferung erfolgt binnen 48 Stunden ab Auftragseingang. Wartung, Software-Updates und Ersatzgerät bei Ausfall sind im monatlichen Entgelt enthalten.

Eine detaillierte Vollkostenrechnung findet sich im TCO-Vergleich Wachschutz.

Maschinenrichtlinie und ISO 13482 im Industrieumfeld

Die EU-Maschinenverordnung 2023/1230 ersetzt ab 20. Januar 2027 die bisherige Maschinenrichtlinie. [Art. 52 Abs. 1 VO 2023/1230] Autonome mobile Maschinen sind explizit erfasst. Betreiber, die heute investieren, müssen die kommende Konformität von Anfang an mitdenken. Sonst entstehen 2027 Nachrüstkosten.

EN ISO 13482 normiert Sicherheitsanforderungen an persönliche Pflegeroboter. Für mobile Servicerobotik in industriellem Umfeld wird sie sinngemäß referenziert. Eine spezifische Norm für autonome Werkschutzroboter ist noch nicht harmonisiert. Quarero orientiert seine Risikobeurteilung an dieser Normbasis.

Die Risikobeurteilung am Aufstellort bleibt Pflicht des Betreibers. Quarero liefert eine Gefährdungsanalyse-Vorlage, die der Sicherheitsingenieur des Werks anpasst und der Werkleiter unterzeichnet.

Kollisionsvermeidung mit Werksverkehr ist der heikelste Punkt. Stapler, Schwerlasttransporter und Werksbahn folgen eigenen Vorrangregeln. Der Roboter erfasst sie über LiDAR, die Vorrangregeln werden in der Routenplanung als feste Parameter hinterlegt. Werksbahngleise sind Ausschlusszonen.

Die Schnittstelle zur Werkleitung erfolgt über DGUV-konforme Notausschalter an den Roboterstationen. Der Schichtführer kann den Roboter jederzeit stillsetzen, ohne in die Software einzugreifen.

Implementierung in einem aktiven Hüttenwerk

Woche 1: Geländebegehung mit dem Werkschutzleiter und dem Sicherheitsingenieur. Definition der Patrouillenkorridore, Markierung der Ausschlusszonen für Heißbereiche, Abstimmung mit der Werkfeuerwehr über Alarmierungswege. Ergebnis ist ein Lageplan mit Routen, Ladestationen und Eskalationspfaden.

Woche 2: Errichtung der Ladestation an einem witterungsgeschützten Punkt mit Netzanschluss und LAN-Anbindung. Konfiguration der Schnittstelle zur Leitstelle. Festlegung der Alarmierungskette an die Werkfeuerwehr, Polizei und Bundespolizei (bei Werksbahnvorfällen).

Woche 3: Probebetrieb tagsüber mit Schulung der Schichtführer. Anpassung der Routenparameter an reale Verkehrsmuster der Werkslogistik. Justierung der Detektionsschwellen für Thermalalarm, weil Sommerhitze und Winterbetrieb unterschiedliche Basistemperaturen erzeugen.

Woche 4: Vollbetrieb 24/7. Wöchentliche Auswertung der Alarme mit dem Werkschutzleiter. Iteration der Schwellenwerte. Audioklassen werden erweitert, wenn werksspezifische Geräuschsignaturen ergänzt werden müssen.

Ab Monat 2: Reporting an den Vorstand mit Vorfallstatistik, Roboterverfügbarkeit und Audit-Bereitschaft für KRITIS-Prüfungen. Der Bericht ist als Anlage zum jährlichen NIS-2-Nachweis strukturiert.

Für die Anbahnung eines Pilotbetriebs in Ihrem Werk reicht ein Geländeschnitt und eine Zonenliste. Auf dieser Basis erstellt das Engineering-Team innerhalb von fünf Werktagen einen Implementierungsvorschlag. Starten Sie über die Pilotanfrage Stahlwerk oder fordern Sie das Datenblatt des QR-2 an.

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