Make-or-Buy · CFO-Entscheidung 2026
Wachschutz eigen vs. fremd. Make-or-Buy hat eine dritte Option.
Die klassische Make-or-Buy-Frage (eigene Werkschutz-Truppe vs. Fremdvergabe an Sicherheitsdienstleister) wird 2026 anders gestellt. Eine dritte Option ist real: Robotik im Robotics-as-a-Service-Modell. Diese Seite legt die CFO-Entscheidungsmatrix offen: Vollkosten, Bilanzwirkung, Personalrisiko, regulatorische Anforderungen.
Drei Modelle im Vergleich
Eigenes Personal vs. Fremdvergabe vs. Robotik-Hybrid.
Make · Eigenes Personal
18-22.000 €/Monat
Werkschutz-Truppe in Eigenregie. Höchste Kontrolle, höchste Verantwortung. Personalrisiko in der aktuellen Marktlage (78% Besetzungsproblem) erheblich. Lohnt sich primär bei 5+ Posten am Standort.
Vorteile
- + Volle Kontrolle über Personal
- + Diskretion und Loyalität
- + Direkte Eskalationswege
Nachteile
- − Personalbeschaffung in Engpass-Markt
- − Verwaltungs-Overhead
- − Tarifsteigerungs-Risiko (+3,7%/Jahr)
Buy · Fremdvergabe
15-25.000 €/Monat
Klassischer Vertrag mit Securitas, Kötter, KWS oder regionalem Anbieter. Marktstandard für 80-90% der Mittelstand-Standorte. Kein Personalrisiko, aber Marge des Dienstleisters und Abhängigkeit von dessen Personalbestand.
Vorteile
- + Kein Personalrisiko
- + Professionelle Schichtplanung
- + Regulatorisches Know-how
Nachteile
- − 15-25% Marge des Dienstleisters
- − Bei 78% Besetzungsproblem auch Anbieter unter Druck
- − Längere Reaktionszeit bei Vertragsanpassungen
Hybrid · Robotik + Tagwache
9.300 €/Monat
1× Quarero QR-2 Stingray (3.500 €/Monat all-in) für 24/7-Routine + 1× Tagwache 8-5 (5.800 €/Monat) für Intervention. Die wirtschaftlich überlegene Variante in den meisten Konfigurationen. KRITIS-Audit-fest ab Werk.
Vorteile
- + −48% Vollkosten vs. klassischer 24/7-Posten
- + Audit-fester Streifen-Nachweis §5 KRITIS-DG
- + Reine OpEx (Robot-RaaS), keine Bilanzbelastung
Nachteile
- − Erfordert Veränderungsbereitschaft
- − Tagwache muss weiter besetzt werden
- − Pilotzeitraum für Akzeptanz im Team
Bilanzwirkung
OpEx, CapEx und IFRS-16.
Robotics-as-a-Service ist die für CFOs sauberste Variante: reine OpEx, sofort abzugsfähig, keine Bilanzaktivierung, keine Veraltungsrisiken, keine Pensionsrückstellungen, kein IFRS-16-Restwertrisiko. Das macht die CFO-Entscheidung in den meisten Konfigurationen einfach — die wirtschaftlich überlegene Variante ist auch bilanztechnisch die sauberste.
FAQ
Häufige Fragen zur Make-or-Buy-Entscheidung.
Soll der Wachschutz mit eigenem Personal oder ausgelagert werden?
Die Entscheidung wird im Jahr 2026 anders gestellt als noch 2020. Klassische Make-or-Buy-Logik (eigene Werkschutz-Truppe vs. Sicherheitsdienstleister) hat eine dritte Option bekommen: Hybrid mit Robotik. Eigenes Personal hat die höchste Kontrolle aber das größte Personalrisiko bei 78% Branchen-Besetzungsproblemen. Fremdvergabe an Securitas/Kötter/KWS löst Personalbeschaffung aber kostet Marge. Robotik+Tagwache hybrid reduziert beide Risiken bei -48% Vollkosten.
Was sind die bilanziellen Unterschiede?
Eigenes Personal: Personalaufwand voll in GuV, Verpflichtungen für Pension/Rückstellungen, langfristige Bindung. Fremdvergabe: laufende Betriebsausgaben (OpEx), keine Bilanzaktivierung, kürzere Vertragslaufzeiten. Robotik-Kauf: CapEx mit Aktivierungspflicht und Abschreibung 4-6 Jahre, IFRS-16-Restwertrisiko. Robotik-Miete (RaaS): reine OpEx, sofort abzugsfähig, keine Bilanzbelastung, keine Veraltungsrisiken — die für CFOs sauberste Variante.
Wann lohnt sich eigenes Wachpersonal?
Eigenes Wachpersonal (Werkschutz-Truppe) lohnt sich primär in drei Fällen: (1) Sicherheitsanforderungen verlangen sehr hohe Diskretion und Loyalität (z.B. Spezialindustrie, Forschung mit Geheimhaltungsstufe). (2) Standort hat dauerhaft 5+ Posten, sodass Skaleneffekte die Verwaltungsmehrkosten rechtfertigen. (3) Tarifgebiet ist günstig (Ostdeutschland) und Verwaltungs-Infrastruktur ist bereits aufgebaut. In allen anderen Fällen schlägt Fremdvergabe oder Robotik-Hybrid die Eigenregie wirtschaftlich.
Wann lohnt sich Fremdvergabe an Sicherheitsdienstleister?
Fremdvergabe ist 2026 der Standard für 80-90% der Mittelstands- und KRITIS-Standorte. Vorteile: kein Personalrisiko, professionelle Schulung und Schichtplanung, regulatorisches Know-how. Nachteile: 15-25% Marge des Dienstleisters, Abhängigkeit von dessen Personalbestand (bei 78% Besetzungsproblemen seltsam aktuell), längere Reaktionszeiten bei Vertragsanpassungen. Top-Anbieter: Securitas (1,21 Mrd. EUR), Kötter (722 Mio.), KWS (519 Mio.).
Wie integriert sich Robotik in beide Modelle?
Robotik (Quarero QR-2 Stingray) ist mit beiden Modellen kombinierbar. In der Eigenregie reduziert sie den Personalbestand auf eine schlanke Tagwache plus 24/7-Robot-Patrouille. In der Fremdvergabe wird sie als zusätzliches Modul beauftragt — der Sicherheitsdienstleister managed den Roboter und reduziert seine eigenen Personalkosten. White-Label-Optionen erlauben Sicherheitsdienstleistern, Quarero-Robotik unter eigener Marke anzubieten (siehe Partner-Programm).